Fort Worth: Polizei-Prügelei zum Christopher Street Day

Im texanischen Fort Worth hat die Polizei offenbar ihre eigene Art, der Stonewall-Unruhen von vierzig Jahren in New York zu erinnern: Sie hat letztes Wochenende bei einem Polizeieinsatz in einer neu eröffneten Schwulenbar die Gäste brutal behandelt, verletzt und schikaniert – so wie ihre New Yorker Kollegen im Jahr 1969. Der damalige Einsatz war der Beginn der modernen Lesben- und Schwulenbewegung.

Letztes Wochenende erschien die Polizei kurz nach ein Uhr nachts mit Einsatzwagen in der „Rainbow Lounge“ und begann, die Ausweise der Gäste zu kontrollieren. Die Beamten gingen dabei angeblich brutal vor, stießen die Männer herum, drückten sie gegen die Wand oder warfen sie auf den Boden, obwohl keiner Widerstand geleistet hatte. Einige wurden von der texanischen Alkohol-Kontollbehörde wegen „öffentlicher Trunkenheit“ verhaftet und in Handschellen im Polizeiwagen weggebracht.

Wie Augenzeugen berichten, gingen sie dabei gezielt gegen „verweiblichte“ Männer vor. Einer der Verhafteten, der 26jährige Chad Gibson, erlitt bei der Verhaftung eine Kopfverletzung, die so schwer war, dass er danach auf die Intensivstation musste. Mittlerweile ist er auf dem Weg der Besserung.

Während die Polizei in einer ersten Stellungnahme jede Schuld von sich wies, war die Last der Beweisfotos und -videos von Zeugen erdrückend. So wurden mittlerweile zwei Beamte der Alkohol-Kontollbehörde in den Innendienst versetzt, die Polizei hat ihre Zusammenarbeit mit der Behörde vorerst auf Eis gelegt. Polizeibeamte sollen in Fort Worth zukünftig Diversitäts-Schulungen erhalten.