Polen: 4.000 Unterschriften für Homo-Ehe

In Polen bestehen immer mehr Lesben und Schwule auf ihren Rechten: So haben rund 4.000 Polen haben eine Petition zur Legalisierung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften unterschrieben.

Die Unterschriften sollen nun dem polnischen Parlamentspräsidenten Bronislaw Komorowski übergeben werden. Yga Kostrzewa, Sprecherin der Bürgerrechts-Organisation „Lambda“ betonte, dass Lesben und Schwule in Polen

nicht gleichberechtigt seien. Mit einer rechtlichen Regelung diesbezüglich würde der Staat ein Zeichen setzen.

Es ist nicht der erste Versuch, gleichgeschlechtliche Verbindungen in Polen zu legalisieren: Bereits im Jahr 2004 legten Senatoren des Bündnisses der Demokratischen Linken (SLD) im Parlament einen Gesetzesentwurf über gleichgeschlechtliche Partnerschaften vor und wurden von den Konservativen niedergestimmt. Dem entsprechend schlecht stehen auch jetzt die Chancen auf ein Partnerschaftsgesetz. Vor allem Abgeordnete der rechtskonservativen Oppositionspartei PiS (Recht und Gerechtigkeit) würden dagegen stimmen, so Katarzyna Piekarska vom SLD. Auch Politiker der rechtsliberalen Regierungspartei PO (Bürgerplattform) seien sich bei diesem Thema uneinig und ein Veto des Präsidenten Lech Kaczynski sei auch sicher, erklärt die Politikerin.

Auch die einflussreiche römisch-katholische Kirche fürchtet, dass es mittelfristig es zu „Eheschließungen“ oder Adoptionen von Kindern komme. Der Warschauer Erzbischof Kazimierz Nycz erklärte in einem Radiointerview, dass man aber sehr wohl über eine Lösung nachdenken solle – allerdings nur unter der Bedingung, dass dies keine Weg zur Gleichstellung der Partnerschaft und der Ehe sei.