Hass-Sänger Buju Banton soll in Wien auftreten

Buju Banton, einer der bekanntesten Hass-Sänger Jamaikas, soll morgen in der Tribüne Krieau auftreten. Das Konzert wird von der Tageszeitung „Österreich“ gesponsert.

Banton ruft in einem seiner Lieder explizit zum Mord an Schwulen auf: In „Boom Bye Bye“, das 1992 auf Bantons Album „Mr. Mention“ erschien, gibt es die Liedzeile „Batty boy (in der jamaikanischen Kreolsprache in etwa gleichbedeutend mit ‚Schwuchtel‘) get up and run ah gunshot in ah head man“ enthält.

Die Veranstalter können die Aufregung nicht verstehen: „Den Song hat er geschrieben, da war er 18 und war vergewaltigt worden“, so Anna Katzdobler von der zuständigen LS Konzertagentur. Der Sänger habe sich außerdem mehrfach von dem fraglichen Lied distanziert und singe diesen schon länger nicht mehr. Er werde auch eine Erklärung unterschreiben, dies bei seinem Wiener Konzert zu unterlassen.

Katzdobler verweist außerdem darauf, dass Sänger wie Eminem oder Bushido wesentlich brutalere Texte im Repertoire hätten und zugleich ein jüngeres Publikum als der 35-jährige Jamaikaner: „Es ist nicht toll und nicht großartig, aber auch nichts, was man verteufeln muss.“

Bantons Plattenfirma kritisiert außerdem, dass „bestimmte Teile der schwulen Community Banton beständig in den Medien diskreditieren“. Zwar hat Banton im Juli 2007 den „Reagge Compassionate Act“ unterschrieben, in dem er sich verpflichtet, schwulenfeindliche Texte zu unterlassen. Später hat er aber seine Unterschrift abgestritten.

Glaubhaft war die Unterschrift ohnehin nie: „Buju Banton singt weiter Hass-Texte während seiner Tour in der Karibik und hat vor kurzem gesagt, dass Lesben und Schwule Teil des gesellschaftlichen Zerfalls seien“, sagte Akim Larcher, kanadischer Sprecher von „Stop Murder Music“ letztes Jahr anlässlich einer Kanada-Tour Bantons.

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