[Video] Exklusiv: Rund 3000 Teilnehmer beim CSD in Istanbul

Auch in der Türkei wurde eine Demonstration zum Christopher Street Day abgehalten: In Istanbul versammelten sich rund 3000 Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, ihre Freunde und Familien, um für mehr Rechte in ihrer Heimat zu demonstrieren. Nach Angaben der Veranstalter waren es heuer mehr Teilnehmer als im letzten Jahr.

Im Gegensatz zu Paraden in Österreich oder Deutschland war der Istanbuler CSD eine rein politische Veranstaltung: Es gab keine Trucks mit lauter Musik, dafür ein Marsch mit vielen bunt strahlenden Regenbogenflaggen und deutlichen Botschaften. Auf den Transparenten und Schildern standen Sätze wie „Wir Homosexuelle werden nicht schweigen! Ihr müsst uns akzeptieren“, „Wir sind da, und wie sind viele“ oder „Stoppt Hassverbrechen gegen Homo- und Transsexuelle“.

Besonders Gewalt gegen Homo- und Transsexuelle ist in der Türkei ein Problem. Immer wieder werden besonders Transsexuelle ermordet, die Polizei führt in diesen Fällen dann die Ermittlungen nach Angaben von Menschenrechtsgruppen sehr schlampig.

Auch Familienangehörige stellten sich bei der Seite auf die Seite ihrer lesbischwulen Verwandtschaft: „Ich bin deine Mutter, ich stehe auf deiner Seite“, war ebenfalls zu lesen. Immer wieder werden auch in der Türkei Lesben, Schwule oder Transgender nach ihrem Coming Out von der Familie verstoßen oder gar ermordet, wie es letztes Jahr bei Ahmed Yildiz der Fall gewesen sein dürfte.

Prominente Unterstützung für die Istanbuler Aktivisten kam heuer übrigens von Stuart Milk. Der Neffe des ermordeten Stadtrates Harvey Milk ist bei der Parade mitmarschiert.