Justizministerin: „Piusbrüder bedrohen Demokratie“

Harte Worte zu der ultrakonservativen Priesterbruderschaft kommen von der deutschen Justizministerin Brigitte Zypies: „Im Umgang mit solch religiösen Extremisten muss das Gleiche gelten wie im Umgang mit Rechtsextremisten“, so Zypries in Berlin.

Für die Justizministerin machen die letzten Stellungnahmen der Piusbrüder deutlich, dass Demokratie und Freiheit „nicht nur von islamistischen Fundamentalisten“ bedroht seien. Dass die Glaubensgemeinschaft den Christopher Street Day in Stuttgart mit dem Nazi-Regime verglichen hat, ist für Zypries eine „unerträgliche Beleidigung der Opfer des Nationalsozialismus“.

In einem Aufruf zu einer Mahnwache gegen die Lesben- und Schwulen-Parade schrieben die umstrittenen Kirchen-Fundamentalisten: „Wie stolz sind wir, wenn wir in einem Geschichtsbuch lesen, dass es im Dritten Reich mutige Katholiken gab, die sagten: ‚Wir machen diesen Wahnsinn nicht mit!‘. Ebenso muss es heute wieder mutige Katholiken geben.“

Der Obere der deutschen Piusbrüder, Pater Franz Schmidberger, fühlt sich nach der Kritik missverstanden: Die Bruderschaft habe „weder der Absicht noch den Tatsachen nach den ‚Christopher Street Day‘ mit dem NS-Unrechtsregime gleichgesetzt“, heißt es in einer Stellungnahme. Allerdings sei nach christlicher Sittennorm das Anliegen des „Christopher Street Day“ unmoralisch, so Schmidberger weiter.