[Video] Ist Vorbild für „Brüno“ schwulenfeindlich?

Sacha Baron Cohens Frontalangriff auf Österreich und die Schwulenszene startet in unseren Kinos. In der Brachialsatire „Brüno“ spielt er den schwulen österreichischen Modereporter Brüno vom „Österreichischen Jungenrundfunks (OJRF)“ und entlarvt Homophobie im Alltag genaso gekonnt, wie er schwule Klischees vergewaltigt.

Und unzählige Fans stellen sich die Frage: Gibt es einen echten „Brüno“? „Pink!“, das Star-Magazin des Privatsenders PULS 4 hat sich diese Frage auch gestellt, und kam auf drei Kandidaten, die Cohen als Vorbild für seine Kunstfigur genommen haben könnte.

Kandidat Nummer eins ist der Moderator, Schauspieler und Musicaldarsteller Alfons Haider. Der dementiert: „Ich habe mit Brüno nur vier Dinge gemeinsam: Ich bin ein Mann, Österreicher, lebe offen schwul und arbeite fürs Fernsehen“, ließ er die internationale Presse wissen, die ihm vor der Film-Premiere die Türe einrannte.

Zur Zeit ist Haider als „Zaza“ in „Ein Käfig voller Narren“ bei den Sommerfestspielen Stockerau zu sehen, die er auch als Intendant leitet.

Der zweite „Brüno“-Kandidat hinterlässt bei vielen österreichischen Schwulen einen bitteren Nachgeschmack: Es soll ATV-Klatschreporter Dominic Heinzl sein. Denn er hat zuletzt innerhalb der Community mit seiner Berichterstattung über den Life Ball für Aufregung gesorgt. Ballvater Gery Keszler hat ihn deshalb sogar ausgeladen, der Vorwurf der Homophobie wurde laut, konnte aber nicht bestätigt werden.

Dabei würden sowohl der Haarschnitt als auch einige seiner Bewegungen sehr gut zu der Kunstfigur des britischen Komikers passen. Heinzl selbst schweigt zu dem Thema.

Womit die Suche bei einem offen schwulen Modereporter aus Österreich endet – bei „Österreich“- und „Madonna“-Modechef Adi Weiss. Der sympathische Steirer hat im Laufe seiner Karriere schon mit Größen wie Naomi Campbell, Heidi Klum, Victoria Silvstedt, Marcus Schenkenberg, Wolfgang Joop oder Gianfranco Ferré zusammengearbeitet.

Trotzdem ist sein Tagesablauf nicht so spektakulär wie der von „Brüno“. „Mein Tag beginnt spätestens um 9 Uhr. Dann heißt es ran ans Telefon und an den Laptop. Das nächste Shooting muss organisiert werden, dazwischen Meetings, Castings, Redaktions-Besprechungen“, erklärt Adi Weiss seinen Lesern. Und danach? „Geht’s meistens nach Hause, statt auf die Piste“. Und statt schrillen Outfits wie „Brüno“ bevorzugt Weiss den dezenten Stil – er trägt immer weiße Hemden und Jeans.

Womit bewiesen wäre, dass es für „Brüno“ kein echtes Vorbild gibt – zumindest nicht in Österreich.