Hass-Sänger aus Jamaika wollen erneut in Deutschland auftreten

Erneut wollen jamaikanische Hass-Sänger in Deutschland auftreten. Wie das Online-Portal „queer.de“ meldet, ist die Reggae-Gruppe T.O.K. Mitte August bei zwei Festivals gebucht.

So soll die Dancehall-Formation beim „Chiemsee Regaae Summer“ und beim „More Fire Festival“ in Hannover auftreten. Der deutsche Lesben- und Schwulenverband hat bereits die für den Chiemsee zuständige Staatsanwaltschaft in Traunstein darüber informiert, dass die Band gegen die Straftatbestände der Volksverhetzung und der öffentlichen Aufforderungen zu Straftaten verstoße. Der Hannoveraner Veranstalter „4 The People“ weist das in einer Pressemitteilung zurück: „Uns ist die Intoleranz mancher Dancehall-Lyrics bekannt, deshalb müssen die Künstler uns garantieren, keine diskriminierenden Songs zu performen“, heißt es dort. „Wir haben T.O.K. gebucht, weil uns das Management von vorne herein und von sich aus zugesichert hat, dass T.O.K. schon seit Jahren keine so genannten ‚Hass Tunes‘ mehr performt und auch nicht produziert. Sie distanzieren sich heute von diesen Aussagen.“

Wann sie das getan haben, steht nicht in der Aussendung des Veranstalters. Öffentlich haben sich T.O.K. von ihren Hass-Texten bis heute noch nicht öffentlich distanziert. Im Gegenteil: im Jahr 2007 haben sie sich geweigert, den Reggae Compassionate Act zu unterschreiben, mit dem sich Künstler aus Jamaika verpflichten, nicht mehr gegen Lesben und Schwule zu hetzen. Und erst im letzten Jahr wurde ein T.O.K.-Album wegen schwulenfeindlicher Texte in Deutschland auf den Index gesetzt. Deshalb setzt sich das Büro des Grünen Bundestags-Abgeordneten Volker Beck dafür ein, dass T.O.K. mit einem Einreiseverbot für den gesamten Schengen-Raum belegt werden.

So heißt es zum Beispiel ihrem Lied „Chi Chi Man“ aus dem Jahr 2001: „Jeder Schwule sollte tot auf dem Boden liegen. Meine Nigger und ich werden dafür schon sorgen. Schwule müssen sterben.“ Weiter heißt es: „Entfesselt das Feuer, lasst sie uns verbrennen.“ Auch in anderen Liedern werden Homosexuelle beschimpft. Solche Texte schaffen nach Ansicht vieler Experten in Jamaika eine Atmosphäre, in der Lesben und Schwule von den eigenen Nachbarn gelyncht werden – wie es auf der Karibik-Insel immer wieder vorkommt.