US-Anglikaner weihen wieder offen homosexuelle Geistliche

In den USA will die Episkopalkirche, die offizielle Kirche der Anglikaner in den USA, wieder schwule und lesbische Geistliche weihen. Das haben die Bischöfe bei einem Treffen im kalifornischen Anaheim beschlossen.

Bei der Abstimmung waren 99 Bischöfe für ein Ende des Weihverbots, 45 waren dagegen. Vor wenigen Wochen haben sich in den USA die konservativen Anglikaner von den liberalen abgespalten. Mit ihrer Entscheidung stellen sich die US-Bischöfe gegen die englische Mutterkirche sowie konservative Landeskirchen in Afrika und Asien. Diese verurteilen Homosexualität als schwere Sünde und bestärkten konservative US-Bischöfe bei ihren Abspaltungsplänen.

Der Konflikt um homosexuelle Geistliche ist bei den 80 Millionen Mitglieder zählenden Anglikanern 2003 offen ausgebrochen, als der offen schwule Gene Robinson zum Bischof von New Hampshire gewählt wurde. Aus Sorge um die Einheit wurde die Episkopalkirche deshalb von den englischen Anglikanern aufgefordert, keine Lesben und Schwule mehr in Ämter zu berufen.

Mit der Öffnung der Weihe hat sich Katharine Jefferts Schori, Vorsitzende der US-Bischofskonferenz, durchgesetzt. Sie hat bereits öffentlich gesagt, dass es mit Sicherheit mehr homosexuelle Bischöfe gebe, diese aber ihre sexuelle Orientierung wegen des aktuellen Konflikts in der Kirche geheim hielten.