HOSI Wien attackiert Marco Schreuder

Ungewöhnlich scharfe Kritik am Grünen Gemeinderat Marco Schreuder kommt vom Generalsekretär der HOSI Wien, Kurt Krickler. In der neuesten Ausgabe der vereinseigenen Zeitschrift „Lambda Nachrichten“ schreibt Krickler über die gewaltsamen Ausschreitungen der Moskauer Polizei anlässlich des Slavic Prides. Vor einigen Jahren wurde Krickler selbst beim Moskauer CSD verletzt.

Die Forderung Schreuders an den Wiener Bürgermeister Michael Häupl, nach den Ausschreitungen den alljährlich in Wien stattfindenden Moskau-Ball im Wiener Rathaus ab sofort zu stoppen, nennt Krickler „umso lächerlicher und unglaubwürdiger“. Krickler stört dabei, dass die Grünen in Oberösterreich mit der ÖVP zusammen eine Regierung bilden – und es in Linz heuer am 1. Mai ebenfalls Ausschreitungen gab. „Es ist unerträglich, dass diese Partei immer noch die Steigbügelhalterin für Landeshauptmann Josef Pühringer abgibt, obwohl sich dieser immer noch bedingungslos hinter die Polizei stellt, wiewohl mittlerweile längst klar ist, dass die unfassbare und beispiellose Polizeigewalt am 1. Mai in Linz unmotiviert und rechtswidrig war. Da sieht man wieder, wie schnell auch die Grünen moralisch verkommen, sobald sie mitregieren dürfen bzw. glauben, dass sie mitregieren“, ärgert sich Krickler im Vereinsblatt.

Warum die HOSI Wien die Grünen so scharf angreift, ist unklar. Allerdings musste sie in den letzten Jahren die Themenführerschaft bei sehr vielen lesbischwulen Anliegen auch an die Grünen Andersrum abgeben: Ob bei lesbischwulen Migranten, Homosexualität im Alter oder einer historischen Aufarbeitung der Lesben- und Schwulenbewegung in Österreich – all diese Themen werden derzeit von eigenen Vereinen oder den Homosexuellenorganisationen der politischen Parteien abgedeckt.

Eine Stellungnahme Schreuders gibt es nicht. Der Gemeinderat ist gerade in Island auf Urlaub – und kann deshalb zu den Vorwürfen Kricklers nichts sagen.