Weniger HIV-Neuinfektionen in der Schweiz

In der Schweiz geht die Zahl der HIV-Neudiagnosen bei Männern, die Sex mit Männern haben, im ersten Halbjahr 2009 leicht zurück. Das berichtet die „Basler Zeitung“. Trotzdem stecken sich in der Schweiz verhältnismäßig mehr Menschen mit dem Virus an als in Deutschland oder Österreich.

Wie das Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilt, wurden ihm bis zum 30. Juni 301 positive Diagnosen gemeldet, davon 121 von homo- und bisexuellen Männern. Insgesamt rechnet das BAG im gesamten Jahr 2009 bei dieser Gruppe mit etwa 300 Neuinfektionen, gut zehn Prozent weniger als im Vorjahr. Trotzdem hat die Schweiz eine überdurchschnittlich hohe Rate an HIV-Neuinfektionen: So wurden im letzten Jahr insgesamt 779 neue HIV-Fälle entdeckt. Österreich hat zum Vergleich 800.000 Einwohner mehr, aber im Vorjahr 505 HIV-Neudiagnosen.

Bei vielen Diagnosen haben sich die Männer erst kurz vor dem Test angesteckt. Das verbessert zwar die Behandlungsaussichten, zeigt aber, dass die Prävention versagt hat. Erich von Siebenthal, Nationalrat der nationalkonservativen SVP, wollte deshalb bereits im Juni eine schweizweite Aufklärungskampagne stoppen: „Die Ansteckungszahlen zeigen klar auf, dass diese Investitionen ihr Ziel nicht erreichten“, so von Siebenthal damals. Erst vor kurzem forderte er HIV-Zwangstests.

Ebenfalls zurückgegangen ist die Zahl der neu diagnostizierten HIV-Fälle bei Heterosexuellen und Migranten mit Heimatländern südlich der Sahara.