Krone-Leser zum Anschlag in Tel Aviv „Schwules Pack gehört weggesprengt“

Widerwärtige Reaktionen zum Anschlag auf einen lesbischwulen Jugendclub in Tel Aviv kommen von Usern der Online-Version der „Kronen Zeitung“. Das hat Blogger Oliver Ritter aufgedeckt.

So schafft es etwa User „landesclown“, in seinen Kommentar über über das Blutbad nach einigen homophoben Bemerkungen auch noch Antisemitismus zu zeigen: „Aber diesmal hat sich in Israel – ich wiederhole: Israel – eine deutliche Tat ereignet -vielleicht sind die Warmen doch nicht so beliebt…“.

Besonders schlimm: Ein User namens „wuckilein“ ruft indirekt zum Mord an Homosexuellen auf: „Der schwule Pack gehört eh weggesprengt, bevor sie noch mehr Rechte bekommen. Wenn Schwule heiraten dürfen und Kinder adoptieren dürfen, dann stimmts nicht mehr in der ’normalen‘ Gesellschaft. Wenn sie in den eigenen vier Wänden herumvögeln, dann ist das ihre eigene Sache wenn sie schon meinen daß das so sein soll, aber bitte laßt die ’normalen‘ in Ruhe, und schon bitte keine Ausnahmen und extra Rechte. Wenn es ihnen nicht passt, dann bitte nach Holland ziehen!“

User „pasv“ teilt der krone.at-Leserschaft mit, dass er Homosexualität für eine psychische Störung hält und die Lesben- und Schwulenverbände an dem Massaker selbst schuld seien: „Auch wenn man uns ständig glaubhaft machen will, schwul zu sein wäre normal, so ist es doch eine psychische Störung. (…) Würden sich die Schwulenverbände nicht so massiv in den Vordergrund drängen, würden solche Sachen auch nicht passieren. Fazit: Schwul sein in den eingenen vier Wänden und nicht immer so tun als wären die Heteros die Gestörten!“

User „commodore100“ hat zwar Probleme mit der deutschen Sprache, die ihn aber nicht daran hindern, der Welt mitzuteilen, dass seiner Meinung nach Homosexuelle weggesperrt werden müssen: „Ich bin der Meinung das die perversen Menschen Homos,Lesben usw. gleich in eine Psychiatrie Eingeschbert werten dann würde es so was nicht geben.Den dies Menschen sind eine Gefahr für unsere Kinder!“

Dazwischen sind User, die Schwule für die Ausbreitung von HIV verantwortlich machen („Der größte Teil sind nun die Homosexuellen, die diese Krankheit übertragen“), sie für zu ungeschickt zum Flirten halten („Schwule sind meistens zu doof um im Jugendalter sich ein Mädel aufzureissen, deshalb werdens nachher schwul“) – ein deutliches Zeichen dafür, wie viel Aufklärungsarbeit in Österreich noch zu leisten ist.

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