Lesbische Fußballspielerin vergewaltigt und ermordet: Prozess hat begonnen

In Südafrika begann heute der Prozess gegen die die drei mutmaßlichen Vergewaltiger und Mörder der lesbischen Fußball-Nationalspielerin Eudy Simelane. Sie wurde vermutlich das Opfer einer „korrektiven Vergewaltigung“, mit der heterosexuelle Männer lesbische Frauen „bekehren“ wollen.

„Sie denken, man braucht nur einen echten Kerl, und schon haben bist du davon geheilt, eine Lesbe zu sein“, beschreibt Sharon Cox von der Lesben- und Schwulenorganisation „Triangle“ die Situation in Südafrika gegenüber der BBC. Jede Woche kommen bis zu zehn vergewaltigte Lesben zu „Triangle“.

Solche Vergewaltigungen enden nicht selten tödlich: Seit 1998 starben 31 Frauen. Besonders tragisch: Nur zwei Fälle wurden auch vor Gericht gebracht – und nur ein Täter auch wirklich verurteilt. Deshalb hofft Cox auf ein hartes Urteil im Mordfall Simelane: „Wenn wir in diesem Fall eine Verurteilung bekommen, wird das ein großer Schritt vorwärts für die Menschenrechte sein, Frauenrechte und Lesben- und Schwulenrechte.“

Vergewaltigungen gelten in Südafrika als Kavaliersdelikt: Alleine 2006 wurden 54.000 Vergewaltigungen dokumentiert, die Dunkelziffer dürfte noch erheblich höher sein. Jeder vierte Südafrikaner vergewaltigt Frauen, viele junge Männer glauben, es als ihr „Recht“ als Mann, Frauen vergewaltigen zu können.