Fünf Tage nach Massaker: Israelischer Ministerpräsident besucht Tatort

Fünf Tage, nachdem ein vermummter Mann in einer Coming-Out-Gruppe in Tel Aviv zwei Jugendliche erschossen und elf zum Teil schwer verletzt hat, hat nun auch der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den Tatort besucht.

Wie die „Jerusalem Post“ berichtet, waren Medien zu dem Besuch nicht zugelassen. Aus Sicherheitsgründen sperrte die Exekutive alle Straßen in einem Umkreis von 700 Metern um das Lesben- und Schwulenzentrum. Begleitet wurde Netanjahu von Innenminister Yitzhak Aharonovitch, Unterrichtsminister Gideon Sa’ar, Polizeichef David Cohen und dem Bürgermeister von Tel Aviv, Ron Huldai. Es wird berichtet, dass der Ministerpräsident auch einen der verletzten Jugendlichen und dessen Mutter treffen will.

„Die Botschaft des Ministerpräsidenten ist sehr klar, er unterstützt uns“, freut sich Janiv Weisman, der Vorsitzende der Israeli Gay Youth, die das Treffen abgehalten hat., dem israelischen Online-Dienst „ynet“ nach einem Treffen. Gemeinsam mit anderen Lesben- und Schwulenaktivisten haben sie sich über homophobe Regierungs- und Parlamentsmitglieder beschwert.

Wie die „Jerusalem Post“ weiter berichtet, mehren sich in der Community von Tel Aviv die Stimmen, dass der Attentäter den Ort des Anschlags gekannt haben muss: „Wer immer das getan hat: Es gibt keinen Zweifel, dass er den Club kannte und ihn vielleicht auch besucht hat. Dieser Platz ist recht versteckt, weil die Jugendlichen hier Beratung vor ihrem Coming Out bekommen. Hier konnten sie ohne Furcht herumhängen. Nur jemand, der an diesen Ort kommen will, findet ihn auch“, zitiert die Zeitung einen Mitarbeiter des Lesben- und Schwulenzentrums.

Auch die Polizei ermittelt nun immer stärker in diese Richtung: Die israelische Polizei hat auch in lesbischwulen Internetforen um Informationen gebeten. Es sei möglich, dass der Täter sich in der Szene bewegt habe, heißt es in einer der Mitteilungen.