Aids-Virus nach fast 30 Jahren entschlüsselt

Fast 30 Jahre nach seiner Entdeckung haben Forscher der Universität North Carolina nun das Erbgut des HI-Virus entschlüsselt. Das berichtet die britische Zeitschrift „Nature“.

Die Struktur der HIV-Erbanlagen ist komplizierter als die DNA des Menschen und deshalb auch schwieriger zu entziffern: Während wir unser Genom in einer doppelsträngigen DNA angelegt haben, ist das des HI-Virus in einer einsträngigen RNA angelegt, genauso wie beim Grippevirus und dem Erreger der Kinderlähmung. Den Wissenschaftern ist nun quasi eine „Luftaufnahme“ des HIV-Genoms gelungen, schreibt „Nature“.

Durch die Entschlüsselung des Aids-Erregers könnten zukünftig schneller neue Medikamente entwickelt werden, hoffen Wissenschafter. Sie begreifen nun langsam, wie der Virus der Entdeckung durch das menschliche Immunsystem entgeht. Nach der Entschlüsselung des HIV-Genoms können sie nun herausfinden, ob und wie das Virus auf Veränderungen darauf reagiert.

Das „Erworbene Immunschwächesyndrom“ (Acquired Immune Deficiency Syndrome, kurz Aids) wurde 1981 erkannt, nachdem in Kalifornien und New York auffallend viele junge Schwule daran gestorben waren. Seitdem erlagen der Krankheit weltweit mindestens 25 Millionen Menschen, etwa 33 weitere Millionen leben mit Aids oder tragen das HI-Virus in sich.