Islam-Sexexpertin wettert in ‚profil‘-Interview gegen Homosexualität

Für Aufregung sorgt ein Interview im heute erschienenen „profil“. Dort erklärt Wedad Lootah, Fami­lienreferentin am Gericht von ­Dubai und Verfasserin des ersten Sex-Ratgebers für Moslems, ihre Einstellung zu Homosexualität.

Lootah meint in dem Interview unter anderem, Homosexualität sei für den Islam inakzeptabel, weil sie „viele Krankheiten“ verursache und „der Fortpflanzung im Weg“ stehe: „Homosexualität zerstört die Männlichkeit, homosexuelle Männer können nicht mehr als Mann agieren, und das ist ungesund. Was sollen die Frauen machen, wenn alle Männer schwul werden? Wenn wir sagen, Homosexualität ist die persönliche Freiheit jedes Einzelnen, dann stirbt die Menschheit aus“, wettert die in ihrer Heimat als liberal geltende Sexualexpertin.

Eines der Hauptprobleme, mit denen sie eigenen Angaben zufolge konfrontiert werde, sei, dass Männer, die vor der Ehe Sex mit Männern haben, danach von ihren Frauen auch nur Analverkehr wollen. „Es laufen gerade zwei Kampagnen in Dubai, die dieses Problem bekämpfen sollen. Wenn Frauen kommen und sich beschweren, dass ihre Männer nur Analverkehr wollen, schaue ich mir die Geschichte des Mannes genauer an. Meistens komme ich darauf, dass er vorher mit Männern Verkehr hatte“, erklärt Lootah dem „profil“.

Der offen schwulen Grünen Gemeinderat Marco Schreuder kann bei solchen Aussagen nur den Kopf schütteln. In einem vorab veröffentlichten Leserbrief an das „profil“ schreibt Schreuder: „Das ist also in den Augen des ‚profil‘ eine fortschrittlicher Islam? Habt ihr euch je die Mühe gemacht, wirklich aufgeklärte Muslime und Musliminnen kennenzulernen? Ist es statthaft solche extremen lesben- und schwulenfeindliche Äußerungen kommentarlos abzudrucken, ohne darauf hinzuweisen, dass in den meisten islamischen Ländern Homosexuelle verfolgt, gefangen genommen und in vielen Staaten erhängt und ermordet werden?“

In Dubai, der Heimat Lootahs, wird Homosexualität mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft. Üblich sind nach Angaben von Wikipedia Verurteilungen zu fünf bis sechs Jahren Haft.

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