Mann in Italien nach Schwulenattacke festgenommen

In Italien wurde ein 32 Jahre alter Bauarbeiter festgenommen, weil er letzte Woche in Florenz einen jungen Schwulen brutal verprügelt haben soll. Dem 26-Jährigen wurden vergangene Woche der Kiefer, das Jochbein und die Nase gebrochen. Die Ärzte setzten ihm in mehreren Operationen insgesamt sieben Metallplatten mit 30 Schrauben ein, um die Schäden in seinem Gesicht zu korrigieren.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur AKI haben das Opfer und seine Freunde den mutmaßlichen Täter zufällig nach einer Demonstration gegen homophobe Gewalt getroffen und sich entschlossen, gemeinsam in die Bar zu gehen. Dabei kam es nach „Missverständnissen“ und „unerwüschten Avancen“ zu der Attacke.

Überführt wurde der Täter durch Aufnahmen von Überwachungskameras. Der Bürgermeister von Rom, der rechtsgerichtete Gianni Alemanno, forderte daher, an allen öffentlichen Plätzen derlei Kameras aufzustellen. Gegner Alemannos warfen ihm dagegen vor, selbst eine Atmosphäre des Hasses zu erzeugen. Mit seiner Wahl im vergangenen Jahr sei Rom eine „offene Stadt für die Faschisten“ geworden, so die Opposition. So wurden zuletzt wurden am 1. September Feuerwerkskörper in eine Bar in der „Gay Street“ in der Nähe des Kolosseums geworfen.

Als Zeichen gegen die Homophobie in Italien gab es bereits mehrere Demonstrationen. Am Freitag ist ein Sit-in vor dem Parlament geplant. Am 24. September soll es eine Großkundgebung in Rom geben, an dem auch Bürgermeister Alemanno und andere hochrangige Politiker teilnehmen wollen.