Serbische Polizei entschlossen, Belgrade Pride zu schützen

Auch, wenn für die Lesben- und Schwulenparade in Belgrad nur fünfhundert Teilnehmer erwartet werden – schützen müssen sie in der serbischen Hauptstadt „mehrere Tausend Ordnungshüter“.

Es handle sich um eine „risikoreiche Kundgebung“, begründet Innenminister Ivica Dacic die Entscheidung über den zahlenmäßig starken Polizeieinsatz. Er hat den Veranstaltern der „Belgrade Pride“ bei einem Treffen am Dienstag volle Sicherheit für die Teilnehmer der Kundgebung versprochen.

Es ist die erste Homosexuellen-Kundgebung in Belgrad seit 2001. Damals waren dutzende Personen von Ultra-Nationalisten schwer verprügelt worden. Und diese drohen auch diesmal wieder mit Gegenkundgebungen, gemeinsam mit Fußballfans und religiösen Organisationen. Die nationalkonservative Demokratische Partei Serbiens (DSS) des früheren Premiers Vojislav Kostunica fordert, die Parade abzusagen.

Allerdings hat Serbien seit der letzten Parade die Situation von Lesben und Schwulen zumindest ein wenig verbessert: Ihre Rechte sind durch ein im Frühjahr erlassenes Anti-Diskriminierungsgesetz neuerdings geschützt. Und auch zahlreiche Organisationen unterstützen die Parade. Menschenrechtsminister Svetozar Ciplic betonte, sie stelle eine „Förderung der Freiheit in Serbien“ dar, dazu sollten auch Staatsinstitutionen beitragen.