Serbische Extremisten wollten schwedische Botschaft stürmen

Extremistische Gruppen in Serbien haben für den vergangenen Sonntag einen Überfall auf die schwedische Botschaft in Belgrad geplant. Das bestätigt der serbische Innenminister Ivica Dacic der Tageszeitung „Blic“. Der Angriff sollte während eines Empfanges für die Teilnehmer der Lesben- und Schwulenparade im Stadtzentrum geschehen. Die Parade war am Samstag abgesagt worden, nachdem die Polizei die Sicherheit der Teilnehmer nicht garantiert hat.

Laut Dacic hätten sich mehrere tausend Anhänger extremistischer Gruppen an den Angriffen auf die etwa 500 schwulen und lesbischen Aktivisten beteiligen können. Dafür seien auch Schleudern mit Metallkugeln vorbereitet worden. Die Polizei habe auch Steine sichergestellt, die für Angriffe auf die Belgrade Pride versteckt wurden.

Der Belgrader Sicherheitsexperte Zoran Dragisic erklärte, dass die Gruppen mit ihren Drohungen und Angriffen die Schwäche des Staates zur Schau stellen wollten. Er vermutet, dass hinter den Fußballrowdys und Extremisten in Serbien wesentlich stärkere politische Organisationen stecken dürften. Damit dürfte Beobachtern zufolge wahrscheinlich die national-konservative Demokratischen Partei Serbiens (DSS) des früheren Ministerpräsidenten Vojislav Kostunica gemeint sein. Einige der Organisationen, zum Beispiel die Organisation „Obraz“ (Antlitz), hatten vor der Belgrade Pride auch offen mit Angriffen auf die Teilnehmer gedroht.