„Homosexualität ist Satanszeug“

Immer kreative werden US-Konservative, wenn es darum geht, Homosexualität zu verdammen. Diesmal ist ein Mormone der Meinung, Homosexualität käme von Satan persönlich.

Diese Meinung vertritt Bruce Hafen, Mitglied im Präsidium der Mormonen, bei einem Kongress von „Evergreen International“ in Salt Lake City. „Evergreen International“ ist der mormonische Zweig der umstrittenen „Ex-Gay“-Bewegung, die vorgibt, Lesben und Schwule von der „Krankheit“ Homosexualität heilen zu können.

Hafen geht noch einen Schritt weiter. Er behauptet, dass Homosexualität „nicht in eurer DNS“ angelegt sei, sondern vom Teufel persönlich komme. Und dieser Versuchung kann man widerstehen: „Wenn Sie nur fest glauben, werden Sie am Morgen der Wiederkehr von Jesus aufwachen und sich wie ein normaler Mensch vom anderen Geschlecht angezogen fühlen“, ist sich Hafen sicher.

Dass der amerikanische Fachverband der Psychologen erst vor wenigen Wochen klar gemacht hat, dass man Homosexualität nicht wegtherapieren kann, ist für Hafen „politisch motiviert“: „In den frühen 70er Jahren haben die Öffentlichkeit und die meisten Anwälte, Ärzte und Therapeuten Homosexualität nicht als normales Verhalten von Erwachsenen angesehen, sondern als psychologischen Defekt“, erinnert sich der 68-Jährige an bessere Zeiten. „Wir wurden Augenzeugen einer aggressiven politischen Bewegung. Die Medizin und die Rechtswissenschaft haben kaum Argumente geliefert, die diese Veränderung rechtfertigen“, ist er sich sicher.

Die Mormonen sind eine der politisch aktivsten Kirchen in den USA und setzen sich mit hohem Aufwand gegen die Homo-Ehe ein. So waren Kirchenmitglieder beim Referendum gegen die Homo-Ehe in Kalifornien führend.