HOSI Wien zensiert Werbung der Grünen Andersrum

Für Aufregung sorgt wieder eine angebliche Parteilichkeit der HOSI Wien. So bloggt der Grüne Gemeinderat Marco Schreuder, dass die älteste Lesben- und Schwulenorganisation Österreichs ein Logo der Grünen aus einem Flyer entfernt haben soll.

So haben die Grünen Andersrum das „queer:beat“, das letzten Samstag stattgefunden hat, gesponsert. Dem entsprechend war auch ein Logo auf dem Flyer. Auf einer Aussendung der HOSI Wien war das Logo durch den Satz „Knicklicht-Goodies für alle!“ ersetzt.

Schreuder konnte diese Retusche zunächst nicht glauben: „Als ich die Aussendung der HOSI Wien sah, musste ich erst mal richtig lachen und dachte mir ‚Wie kindisch kann sich Parteizugehörigkeit doch auswirken!'“, bloggt der Grüne Gemeinderat.

Denn es ist nicht das erste Mal, dass die HOSI Wien zu Ungunsten der Grünen Partei ergreift. So schrieb Generalsekretär Kurt Krickler im Juli in den vereinseigenen „Lambda Nachrichten“ über die Regierungsbeteiligung der Grünen in Oberösterreich: „Da sieht man wieder, wie schnell auch die Grünen moralisch verkommen, sobald sie mitregieren dürfen bzw. glauben, dass sie mitregieren“.

Außerdem hat HOSI-Wien-Obmann Christian Högl bei der letzten Nationalratswahl für die SPÖ kandidiert – und in der eigenen Zeitschrift um Vorzugsstimmen geworben, was auch innerhalb der Sozialdemokraten für einiges Missfallen gesorgt hat.

In einer Stellungnahme aus dem Blog bezeichnet HOSI-Wien-Obmann Christian Högl die Kritik Schreuders als „nur mehr peinlich“: „Als parteiunabhängige Organisation schicken wir gerne gelegentlich Veranstaltungsankündigungen von Partnern über unseren E-Mail-Verteiler aus – aber keine Parteienwerbung. Weder von den Grünen, den Roten und schon gar nicht von anderen Couleurs“, erklärt Högl, der Schreuder auch persönlich angreift: „Dein meist parteipolitisch motiviertes, aggressives Auftreten und deine konstruierten Verschwörungstheorien kann keiner mehr hören. Kein Wunder, dass du zunehmend isoliert bist – in der Szene und, wie man hört, auch innerhalb der Grünen. Mit Aktionen wie dieser schießt du dich nur weiter ins Out.“ – was andere Grün-Aktivisten in weiteren Blog-Kommentaren aber heftig verneinen und Högl seinerseits seine „SP-Hörigkeit“ vorwerfen.

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