Immer mehr Lesben und Schwule in US-Serien

Schwule, lesbische, bisexuelle und Transgender-Figuren schaffen es in immer mehr Serien der großen Sender. Das ergibt eine aktuelle Erhebung der „Gay & Lesbian Alliance Against Defamation“ (GLAAD). Unter den Kabel- und Pay-TV-Sendern führt wieder der Qualitätssender HBO die Liste an.

Seit 14 Jahren untersucht GLAAD, wie viele schwule und lesbische Charakter im amerikanischen Fernsehen vorkommen. Erfreuliche Bilanz für die Saison 2008/09: Die Zahl der schwulen, lesbischen, bi- oder transsexuellen Hauptfiguren ist wieder gestiegen, um 0,4 Prozentpunkte auf 3 Prozent. Das sind mehr als doppelt so viel als vor zwei Jahren – da waren es erst 1,1 Prozent.

Bei den großen Sendern hat ABC zum dritten Mal in Folge am meisten lesbischwulen Inhalt in den Serien: 24 Prozent der Primetime haben lesbischwule Themen. Besonderes Lob gab es für „Brothers & Sisters“, in der sogar Hauptfiguren schwul sind: Kevin und Scotty sind verheiratet, und Saul stellt einen älteren Homosexuellen dar. Auch „Grey’s Anatomy“ mit der bisexuellen Hauptfigur Dr. Callie Torres fand positive Erwähnung in der Veröffentlichung.

Auf dem zweiten Platz ist diesmal ebenfalls wieder der kleine Sender „The CW“ mit 20 Prozent an LGBT-Inhalten. Besonders lobte GLAAD die elfte Staffel von „America’s Next Top Model“, in der eine bisexuelle und eine transsexuelle Kandidatin auftraten. Eine Premiere gab es auf Platz drei. Erstmals konnte dieser von Fox erreicht werden, vor allem wegen lesbischer Figuren in „Dr. House“ und „Bones – die Knochenjägerin“. NBC punktete mit den weniger erfolgreichen neuen Serien „Kings“ und „Southland“, dicht gefolgt vom letzt platzierten Sender CBS, der nur 5 Prozent LGBT-Content in der Primetime hat.

Bei den Kabel-Sendern führt auch heuer mit weitem Abstand HBO angeführt. 42 Prozent der Primetime war mit homo-, bi- oder transsexuellen Inhalten gefüllt. Das sind 16 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dahinter liegt Showtime, gefolgt von TNT.