Disney-Filme bekommen schwulen Chef

Micky Maus bekommt einen schwulen Chef: Der offen schwule Rich Ross ist der neue Leiter der Walt Disney Studios. Zuvor machte er den Disney Channel mit Serien wie „High School Musical“ oder „Hannah Montana“ zur Goldgrube des Konzerns. Er wird ab sofort die weltweite Produktion sowie Vertrieb und Marketing der zum Konzern gehörenden Filmstudios verantworten, teilt der Konzern mit.

Als Studioleiter ist der 48-Jährige Chef der Filmstudios Walt Disney, Touchstone, Miramax und Disney/Pixar und damit Vorgesetzter von Größen wie Steven Spielberg und Johnny Depp. Damit zeigt der Konzern, dass er offenbar aus den Filmen mehr Geld holen möchte. Denn Ross hat beim Disney Channel die Zielgruppe der „Tweens“ erfunden – Jugendliche zwischen 9 und 14 Jahren. Er gilt als die treibende Kraft hinter Zac Efron aus High School Musical, Miley Cyrus aus Hannah Montana und den Jonas Brothers. „Rich Ross weiß, wie man Teenagern ihr Taschengeld abnimmt“, schreibt die anerkannte „Financial Times“. Eine besondere Stärke von Ross ist das Merchandising, zu jedem Film gibt es alles, vom Kugelschreiber bis zur Bettwäsche.

Der Walt Disney Konzern gilt bereits als lesben- und schwulenfreundlich: So gibt es in Disneyworld einen inoffiziellen „Gay Day“, was zu Boykott-Aufrufen konservativer Organisationen wie der American Family Association führte. Das kümmerte Disney aber nicht. Mit Ross wurde erstmals ein offen schwuler Manager in eine wirkliche Spitzenposition befördert. Privat lebt er ein Leben, wie es die heile Disney-Welt gerne sieht: Er ist seit zwanzig Jahren mit seinem Partner Adam Sanderson zusammen.