Patron für Aids-Kranke heilig gesprochen

Papst Benedikt XVI. hat gestern in Rom einen Schutzpatron für Aussetzige heilig gesprochen, den sich auch viele Aids-Kranke als Patron gewählt haben.

Pater Damian wurde am 3. Jänner im belgischen Tremelo 1840 als Jef de Veuster geboren.

1860 trat er ins Kloster ein und nahm den Ordensnamen an. 1863 wurde er in die Mission auf die Sandwich-Inseln entsandt. Dort empfing er schon bald die Priesterweihe. Pater Damian war für seine gute Konstitution bekannt und erbaute eine Reihe von Kapellen mit eigenen Händen. Auf eigene Bitte ließ er sich 1873 auf die Insel Moloka’i bringen, wo um die 600 Leprakranke von der Gesellschaft ausgestoßen und ohne jede medizinische Betreuung lebten. Dort verbesserte er auch die Lebensbedingungen der Erkrankten und ließ zwei Waisenheime errichten. 1884 erkrankte er selbst an der Lepra, an der er fünf Jahre später starb.

Wegen seines bedingungslosen und vorbildlichen Einsatzes gilt er als Schutzpatron für Aussätzige. Ende der 1980er wählten ihn einige Aids-Einrichtungen deshalb als Patron, zum Beispiel das Damien Center in Albany, das als Treffpunkt von Positivengruppen dient. In der anglikanischen Kirche St. Thomas the Apostle Hollywood wurde die weltweit einzige dem Andenken an den Folgen von Aids verstorbenen Menschen gewidmete Kapelle nach ihm benannt.

Am 4. Juni 1995 wurde Pater Damian durch Johannes Paul II. selig gesprochen. Um in der römisch-katholischen Kirche heilig gesprochen zu werden, muss dem Betreffenden nach seinem Tod ein Wunder zugeschrieben werden können. Im Fall von Pater Damian ist das die wundertätige Heilung einer Krebskranken im Jahr 1998.

Am 1. Dezember 2005 wurde Pater Damian von einem breiten Publikum in Flandern zum größten Belgier aller Zeiten gewählt.

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