Jamaika will auch Homo-Ehe in der Verfassung verbieten

In Jamaika ist Homosexualität bereits verboten, sie wird mit bis zu zehn Jahren Zwangsarbeit bestraft. Doch das ist Premierminister Bruce Golding nicht genug: Er will auch noch ein Ehe-Verbot für Schwule und Lesben in der Verfassung.

Dieses Verbot soll ausgerechnet Teil der „Charta für Grundrechte und Freiheiten“ sein, die in die Verfassung aufgenommen werden soll. „Ich entschuldige mich nicht dafür, dass die Regierung Jamaikas unumstößlich an ihrer Ablehnung von gleichgeschlechtlichen Ehen oder Eingetragenen Partnerschaften festhält“, ist der 61-jährige bei der Parlamentsdebatte unbeirrt. Zwar könnten zukünftige Regierungen eine tolerantere Linie gegenüber Lesben und Schwulen einschlagen, aber „das wird sicherlich nicht in dieser Legislaturperiode geschehen. Nicht so lange ich hier bin.“

Der Vorsitzende der Jamaica Labour Party will so verhindern, dass Homosexualität eine „anerkannte Verhaltensart“ wird. Schließlich müssen die „“Werte und Kultur unserer Nation geschützt werden“, so der Premierminister weiter.

In seiner Rede warnte Golding davor, dass seine Meinung die „aggressive internationale Homo-Lobby“ dazu verleiten könnte, weitere Boykottaufrufe gegen die Karibikinsel zu verhängen. Damit ist geschehen, wovor jamaikanische Lesben- und Schwulenaktivisten gewarnt haben: Dass eine von US-Aktivisten organisierte Boykottaktion dazu verwendet wird, gegen auf der Insel lebende Homosexuelle Stimmung zu machen.

Auf Jamaika gibt es immer wieder Berichte über Lynchmorde an Schwulen und Lesben, bei denen die Polizei offenbar tatenlos zusieht. Erst im September ist ein britischer Diplomat vermutlich wegen seiner Homosexualität ermordet worden.