Fast 20 Prozent mehr Homo-Hassverbrechen in London

In London ist die Zahl der homophoben Hass-Verbrechen in den letzten zwölf Monaten um 18 Prozent gestiegen. Das zeigen aktuelle Zahlen, die jetzt Scotland Yard veröffentlicht hat.

Demnach wurden von September letzten Jahres bis September 2009 1.192 homophobe Angriffe registriert. Im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor waren es „nur“ 1.008 Angriffe. Das entspricht einem Anstieg um 18,3 Prozent.

Dass die Zahl der Hassverbrechen steigt, liegt auch daran, dass sich mehr Lesben und Schwule trauen, Angriffe anzuzeigen. Der Leiter der Londoner Polizei, Sir Paul Stephenson, sagte im Juli bei einer Pressekonferenz zu dem Thema: „Es wurden nie alle Verbrechen angezeigt, das gilt besonders für Sexualverbrechen. Wir wissen, dass es gerade diese Verbrechen viele Jahre lang zu wenig angezeigt wurden – weil sich die Opfer weiter als Opfer und traumatisiert gefühlt haben – nicht nur durch das Rechtssystem, sondern auch durch die Polizei. Wir haben das, was wir tun, entscheidend verbessert.“, gibt sich Stephenson für die Zukunft zuversichtlich.

Erst in der letzten Woche wurde am Trafalgar Square ein 62-jähriger Mann von drei Teenagern zunächst als schwul beschimpft und dann angegriffen. Er ist an den Kopfverletzungen gestorben. Die Täter konnten mittlerweile gefasst werden und wurden wegen Totschlag angezeigt.