Irischer Spitzensportler outet sich

Einer der bekanntesten Sportler Irlands, der Hurling-Spieler Dónal Óg Cusack, hat sich in seiner Autobiografie als schwul geoutet. Hurling ist ein irischer Mannschaftssport keltischen Ursprungs, der mit Stöcken und einem Ball gespielt wird. Er gilt als eine der schnellsten Mannschaftssportarten der Welt.

Gegenüber der „Irish Mail on Sunday“ hat der 32-Jährige seine Homosexualität bestätigt: „Ich war mit netten und guten Frauen aus, aber sicherlich – ich hab’s schon gewusst. Ich wollte etwas Anderes. Männer geben mir mehr. Das haben sie immer schon. Ich weiss, dass ich anders bin – aber nur in diesem Punkt. Was auch immer Sie über mich denken, ich war damit immer im Frieden“. Dass er schwul sei, wusste er schon mit 14, so Cusack, der für Cork im Tor spielt.

Er selbst hatte auch nie Probleme mit schwulenfeindlichen Sprüchen auf den Zuschauerrängen – im Gegensatz zu seiner Familie: „Meine Mutter geht deshalb nicht mehr zu den Spielen – das regt sie zu sehr auf. Auch meine Schwester war einige Male sehr empört über das, was sie da gehört hat“, so Cusack.

Seinen Mannschaftskollegen zollt „Ógie“, so sein Spitzname, hingegen für ihre Einstellung Tribut: Ihnen gegenüber hatte er sich schon vorher geoutet, und sie haben ihn alle voll und ganz unterstützt.

Nach dem öffentlichen Outing von Cusack haben ihn Mitspieler, Fans und sogar Politiker dazu gedrängt, weiterzuspielen und nicht deshalb mit seiner Sportkarriere aufzuhören. „Wir stehen hundert Prozent hinter ihm. Er ist ein großartiger Mensch und hat so viel für uns alle getan. Für uns ändert sich nichts“, sagt Stürmer Cathal Naughton. Der irische Hurling-Verband, die GAA, will „unangebrachte Reaktionen von Fans“ sogar hart sanktionieren, wie es heißt. Radiosender in Cork erhielten unzählige Anrufe, die Cusack unterstützen.

Cusacks Autobiografie „Come What May“ erscheint in Großbritannien und Irland am 23. Oktober.