Evangelische Kirche in Schweden öffnet Ehe für Lesben und Schwule

Die lutherische Kirche in Schweden wird ab sofort auch schwule und lesbische Paare trauen. Das hat die Synode der Kirche heute beschlossen.

Die Gleichstellung homosexueller Paare haben 176 von 251 Delegierte beschlossen – eine deutlichen Mehrheit. Bis jetzt hat die schwedische Kirche gleichgeschlechtliche Paare nur gesegnet. In Schweden sind Ehen, die von einem Geistlichen geschlossen sind, rechtlich genauso gültig wie Vermählungen am Standesamt.

Auf dem Standesamt können schwule und lesbische Schweden bereits seit 1. Mai heiraten, zuvor gab es 14 Jahre lang die Möglichkeit einer Eingetragenen Partnerschaft, die der Ehe im Prinzip gleichgestellt war. Jetzt ist die Schwedische Kirche, der drei Viertel der Bevölkerung angehören, nachgezogen. Statt „Mann und Frau“ heißt es bei gleichgeschlechtlichen Paaren zukünftig in der Kirche „rechtmäßig getraute Eheleute“.

„Als wir nach langen Diskussionen bejaht haben, dass auch die Liebe zwischen Homosexuellen ein ganzes Leben halten kann, mussten wir auch die rechtlichen Aspekte anerkennen“, so Bischof Martin Lind aus Linköping, einer der lautstärksten Befürworter der Gleichbehandlung, im schwedischen Radio.

Bei konservativen Nachbarkirchen haben sich die Schweden damit keine Freunde gemacht: Die anglikanische Kirche Englands und die russisch-orthodoxe Kirche haben ihren schwedischen Mitchristen bereits mit Sanktionen gedroht.