Attentäter von Tel Aviv doch nicht gefasst

Der Attentäter, der am 1. August im Keller des Schwulen- und Lesbenzentrums von Tel Aviv das Feuer auf eine Jugendgruppe eröffnet hat und dabei zwei junge Menschen getötet und 15 weitere verletzt hat, wurde noch immer nicht gefasst. Ein israelischer Fundamentalist, der die Tat bei der Polizei gestanden hat, ist zumindest in diesem Punkt unschuldig: Er hat zur Tatzeit eine schwangere Frau ins Krankenhaus gefahren.

Wie die israelische Polizei am Sonntag bekanntgegeben hat, wurde bereits vor einigen Wochen der 37-jährige Jack Teitel, ein ultraorthodoxer Siedler aus dem Westjordanland, der ursprünglich aus den USA stammt, in einem ultra-orthodoxen Viertel von Jerusalem festgenommen. Die Presse durfte allerdings zunächst nicht über die Festnahme berichten. Über die Indiskretion einer Website gelangte die Festnahme des Ex-Marine doch auf internationale Websiten, inklusive der Meldung, der Mann sei für das Attentat im Jugendzentrum von Tel Aviv verantwortlich.

Teitel hat in der Vergangenheit Flugblätter und Poster gegen Homosexuelle verbreitet und sogar eine Polizeistation attackiert, um Polizei-Schutz für den CSD zu verhindern. Er hat auch den Anschlag von Tel Aviv gestanden. Allerdings sprechen die Fakten nicht dafür: So passen die Waffen, die die Polizei bei Teitel gefunden hat, nicht zu den gefundenen Projektilen am Tatort. Und Teitel fuhr zur Tatzeit nachweislich eine schwangere Frau ins Krankenhaus.

Damit sucht die israelische Polizei weiter nach dem Attentäter von Tel Aviv. Auch bei den Motiven tappt sie noch im Dunkeln – so ist eine Beziehungstat genauso denkbar wie das Verbrechen eines Homo-Hassers wie Jack Teitel.