PantherInnen: „Menschen am Land keine hinterwäldlerischen Volldeppen“

Kritik am Entwurf des Partnerschaftsgesetzes für Lesben und Schwule kommt nicht nur aus Wien. Die Rosalila PantherInnen, die größte und älteste Lesben- und Schwulenorganisation der Steiermark, erinnert ÖVP-Chef Josef Pröll an seine eigenen Aussagen. Denn in der ORF-„Pressestunde“ am 30. September 2007 wollte Pröll Lesben und Schwule noch „vor dem Standesamt“ rechtlich verbinden.

„So wie es aussieht, wurde in der ÖVP seitdem nur über neue demütigende Gemeinheiten für Lesben und Schwule nachgedacht“, heißt es in einer Aussendung der PantherInnen. „Nun will die ÖVP, dass sich Schwule und Lesben in einem Kammerl in der Bezirkshauptmannschaft verpartnern“, ist PantherInnen-Vorsitzender Kurt Zernig erbost. Und lässt die Ausrede, dass die ‚kleinen Bürgermeister‘ am Land keine Homo-Paare wollen, nicht gelten: „Es muss endlich Schluss damit sein, dass die Menschen am Land von der ÖVP stets als hinterwäldlerische Volldeppen dargestellt werden! Die Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Partnerschaften ist in ländlichen Regionen genauso vorhanden.“

Und Zernig ist sich nicht sicher, dass in den Landeshauptstädten automatisch eine Verpartnerung am Standesamt zu erwarten sei: „In Graz, immerhin die zweitgrößte Stadt Österreichs, ist das unter dem bekanntermaßen homophoben Bürgermeister Nagl wohl eher unwahrscheinlich. Und warum soll zum Beispiel ein homosexuelles Paar aus Schladming mit Eltern und Freunden nach Wien fahren müssen, um dort ihre Partnerschaft in würdiger Form in einem Saal am Standesamt schließen zu können?“, fragt sich der PantherInnen-Vorsitzende.

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  • GGG.at Thema: Eingetragene Partnerschaft in Österreich
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