Grazer Bürgermeister will Standesamt nicht für Homo-Ehe öffnen

Auch, wenn Innenministerin Fekter nachgeben sollte und homosexuelle Paare ihre Beziehung auf dem Standesamt eingehen können – der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl von der ÖVP möchte ihnen den Trauungssaal im Rathaus verwehren.

„Es gibt einen Unterschied zwischen der Trauung von Mann und Frau vor Zeugen und Standesbeamten und der Eintragung einer Partnerschaft. Das verdient auch einen anderen Rahmen. Im Gesetzesentwurf ist auch keine Zeremonie vorgesehen“, lässt Nagl den Grazer Lesben und Schwulen über die „Kleine Zeitung“ ausrichten. Womit der Trauungssaal einer Trauung vorbehalten bleibt. Stattdessen möchte er homosexuelle Paare in den alten Trauungssaal der Stadt beim Standesamt am Joanneumring abschieben.

Das können SPÖ und die mit Nagl in einer Koalition regierenden Grünen nicht verstehen. „Das Gesetz“, so Frauenstadträtin Elke Edlinger von der SPÖ, „schreibt nicht vor, in welchem Raum auf der Bezirkshauptmannschaft die eingetragene Partnerschaft abgewickelt werden soll. Also kann es genauso gut der Trauungssaal im Rathaus sein.“ Und Vizebürgermeisterin Lisa Rücker, offen lebende Lesbe, ergänzt: „Wir gehen davon aus, dass das der Bürgermeister als Bezirkshauptmann ermöglichen wird.“

Dieser Meinung ist auch Edlinger: „Das Rathaus ist das Rathaus aller Grazerinnen und Grazer.“, so die SPÖ-Politikerin zur „Kleinen Zeitung“: „Wenn sich homosexuell lebende und liebende Menschen verstecken müssen, ist das eine Diskriminierung – und das steht Graz als Stadt der Menschenrechte ganz schlecht zu Gesicht. Das sollte auch Nagl wissen.“

Links zum Thema

  • Erstklassige Rechte: Homepage
  • homoehe.GGG.at: Alles zur Eingetragenen Partnerschaft in Österreich
  • homoehe.GGG.at: Aktuelle Nachrichten zur Eingetragenen Partnerschaft in Österreich