HOSI Wien vertraut HOSI Wien

Österreichs Lesben und Schwule protestieren morgen gegen den vorliegenden Entwurf eines Partnerschaftsgesetzes. Zu viele Unterschiede gibt es zum Eherecht, zu viele Unsicherheiten in anderen Bereichen wie dem Fremdenrecht. Viele Mitglieder der Community sind enttäuscht. Nur die HOSI Wien vertraut – der HOSI Wien.

„Wir haben 30 Jahre Erfahrung mit politischem Lobbying. Wir haben in diesen drei Jahrzehnten bewiesen, dass sich Österreichs Lesben und Schwule auf uns verlassen können“, erklärt HOSI-Wien-Obmann Christian Högl in einer Presseaussendung. Und auch Obfrau Jona Solomon ist sich sicher, dass der Verein, dem sie vorsteht, gute Arbeit macht: „Wir sind zuversichtlich, dass ein gutes Gesetz über die Eingetragene Partnerschaft kommt.“

„Die einzelnen Ministerien haben wirklich gründlich und sorgfältig gearbeitet“, streut Solomon der Regierung Rosen. Ein eigenes Bild von dieser sorgfältigen Arbeit kann sich die Community allerdings noch nicht machen: Die der HOSI Wien vorliegenden Informationen seien „in der jetzigen Phase noch vertraulich“.

Dass mehr als sechzig lesbischwule Organisationen, Vereine, Lokale und Privatpersonen morgen auf die Straße gehen wollen, um ihren Rechten eine laute Stimme zu geben, versteht Högl nicht: „Es ist für uns nicht wirklich nachvollziehbar, warum man ausgerechnet jetzt, da ein umfassendes Projekt verwirklicht wird, das noch nie dagewesene und auch international herzeigbare Gleichstellung bringen wird, auf die Straße gehen will, um dieses Vorhaben zu verhindern.“

Generalsekretär Kurt Krickler sieht hinter der unabhängigen Plattform die Grünen, die er auffordert, bei der morgigen Demo „den Fokus nicht auf die Verhinderung dieses – auch unserer Ansicht nach nicht perfekten, aber nichtsdestotrotz akzeptablen – Gesetzes zu legen, sondern vielmehr darauf, dass es in dem Umfang, wie er sich herauskristallisiert, vom Parlament beschlossen wird“.

Und das, obwohl auch der Vorstand der HOSI Wien von den Verschlechterungen, die der Gesetzesentwurf bringt, persönlich betroffen ist: „Sicherlich stellt der fehlende Zugang zu Adoption und Fortpflanzungsmedizin einen großen Wermutstropfen dar“, gibt Jona Solomon zu, die selbst als Mutter einer Tochter in einer Partnerschaft mit ihrer Lebensgefährtin lebt.

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