Schwule für CDU-Ortsgruppe „pervers“

Für einen Eklat sorgt der CDU-Ortsverband von Meersburg in Baden-Württemberg. Wie der „Südkurier“ berichtet, wurden bei einer Hauptversammlung der Bürgermeister-Partei Schwule als „pervers“ und „krank“ bezeichnet.

Zunächst stört sich CDU-Mitglied Werner Leicht daran, dass die schwarz-gelbe Regierung die „Gleichstellung der Homo-Ehe weiter vorantreiben wolle“. Er beantragt, der Ortsverband möge den „Mandatsträgern“ schreiben, dass er dies ablehne. Doch mit dieser Meinung steht Leicht in Meersburg nicht alleine da. Ein weiteres CDU-Mitglied zieht über den schwulen Hamburger CDU-Bürgermeister Ole von Beust her. Er wollte von Beust schon einmal schreiben, „weil er bei einer Schwulenparade dabei war“: „Was ist mit dem C in CDU?“

Daraufhin versucht Adrian Künstler, ein 19-jähriger CDU-Anhänger, eine Diskussion anzufangen: „Ein Grund, warum es weniger Zulauf zur christlichen Partei gibt, ist diese Intoleranz.“ Worauf ihm Werner Leicht antwortet: „Junger Freund, der große Fehler kam“, als man Homosexualität nicht mehr als Krankheit angesehen habe. Das sei sie aber und sie trage dazu bei, dass die Bevölkerung immer mehr abnehme. Als Künstler entgegnet, Homosexualität sei „keinesfalls gesellschaftsvernichtend“, kann sich Leicht nach Schilderungen des „Südkurier“ gar nicht halten und bezeichnet Homosexuelle generell als „pervers“.

Ein weiteres CDU-Mitglied versuchte zu beschwichtigen: „Wir müssen mit der Zeit gehen“, um hinzuzufügen: „Ich bin auch nicht dafür, dass so Schwule rum rennen.“ Ein anderer Diskussionsteilnehmer erklärt daraufhin, wenn man Familien wieder mehr Raum geben würde, könne man diese „neuen Phänomene“ und „Strömungen, die man nicht haben will, an den Rand drängen.“ Gemeint hat er damit wohl Homosexualität.

Kopfschüttelnd sagt ein CDU-Mitglied zu Leichts Ansichten leise: „Und da wundert man sich, wie das Dritte Reich entstanden ist“ und spendet mit einigen anderen Künstler Beifall. Über Leicht sagt Künstler laut und deutlich, „Die Meinung stirbt mit ihm aus.“