China wählt erstmals schwulen Schönheitskönig

Im Jänner wählt China zum ersten Mal den schönsten Schwulen. Der Gewinner der „Mr. Gay China“ Wahl, die am 15. Jänner stattfindet, wird die Volksrepublik bei der internationalen Endausscheidung zum „Mister Gay World“ im Februar in Norwegen vertreten.

Die Schönheitskonkurrenz findet in einem Club in Peking statt, die Kandidaten müssen sich Jury und Publikum auch in Badehose präsentieren. Ein Interview ist auch Pflicht, dann wählt die Jury den Sieger. Organisator Ben Zhang betont, dass sich jeder Mann, der in China lebt, der Wahl stellen kann – egal, ob er Chinese oder Ausländer ist: „Als Homosexuelle werden wir im allgemeinen überall massiv diskriminiert – deswegen werden wir unsererseits keinen Bewerber diskriminieren.“

Berichten werden von der Wahl nur einige ausgewählte Medien: „Wenn wir zuviel öffentliche Aufmerksamkeit erregen, könnte uns das zu sehr exponieren, und dann geraten wir in unnötige Schwierigkeiten“, fürchtet Zhang. Denn Homosexualität ist in China nach wie vor ein heikles Thema. Erst 1997 wurde sie legalisiert, bis 2001 galt Homosexualität offiziell noch als Geisteskrankheit. Zhang glaubt allerdings, dass seine Landsleute Lesben und Schwulen gegenüber aufgeschlossener sind als die Bewohner anderer Länder: „Hier ist die Bevölkerung im allgemeinen toleranter als etwa die Amerikaner. Wir haben hier nicht dieses religiöse Tabu, das vorgibt, was richtig oder falsch ist“, meint der Veranstalter.

Nach Angaben der amtlichen Zeitung „China Daily“ waren im Jahr 2005 rund 30 Millionen der 1,3 Milliarden Chinesen homosexuell. Staatliche Behörden beziffern die Zahl der Schwulen und Lesben im Land jedoch nur mit etwa 15 Millionen.