Kommt 2010 auch in Liechtenstein Homo-Ehe?

Auch Liechtenstein könnte bald die Eingetragene Partnerschaft für schwule und lesbische Paare einführen.

Die zuständige Justizministerin Aurelia Frick sagte gestern im Landtag bei der Beantwortung einer Anfrage: „Der Entwurf des Vernehmlassungsberichts liegt seit heute bei mir im Büro.“ Im Jänner will sie ihn der Regierung vorlegen, dann soll es eine viermonatige Begutachtungsfrist geben. Im Landtag könnte das Gesetz dann noch vor der Sommerpause behandelt werden.

Ein erster Versuch der Freien Liste (FL), im Jahr 2001 die Eingetragene Partnerschaft für homosexuelle Paare im Fürstentum einzuführen, ist damals noch gescheitert. Jetzt soll sich das neue Modell an der Schweizer Regelung orientieren, die Ehepaare und Lebenspartner fast vollständig gleichstellt.

Der Vaduzer Erzbischof Wolfgang Haas hat bereits vor zwei Jahren gesagt, er könne die Eingetragene Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare „niemals gutheißen“. „Praktizierte Homosexualität ist objektiv eine schwere Sünde, deren rechtliche Anerkennung geradezu einen Skandal darstellen würde“, so der Geistliche.

Die Antwort der Justizministerin ist aber nicht die einzig gute Nachricht, die Lesben und Schwule im Jahr 2009 in Liechtenstein erhalten haben: So hat unter anderem die Liechtensteiner Stabsstelle für Chancengleichheit mit der Lesben- und Schwulengruppe FLay gemeinsam eine Plakataktion gestartet, die zu mehr Toleranz gegenüber Homosexuellen aufrufen soll. Und die langjährige Arbeit von „FLay“ wurde mit dem DemoGrazia-Preis für Zivilcourage ausgezeichnet.