Regierung in Portugal öffnet Ehe für Lesben und Schwule

Auch im katholisch dominierten Portugal öffnet die sozialistische Regierung die Ehe für schwule und lesbische Paare. Eine entsprechende Gesetzesänderung wurde gestern vom Ministerrat in Lissabon beschlossen. Jetzt muss das Parlament das Gesetz noch beschließen. Damit folgt Portugal dem Beispiel seines Nachbarlandes Spanien, wo gleichgeschlechtliche Paare schon seit drei Jahren heiraten können.

Die Adoption bleibt in Portugal aber auch homosexuellen Ehepaaren verboten. Das werde im Entwurf „klar und explizit“ ausgeschlossen, so ein Sprecher des Ministerrates. Ehe und Adoption seien zwei völlig verschiedene Institutionen.

Vom portugiesischen Homosexuellenverband „Rosarote Panther“ kommt deshalb Kritik: Der Entwurf sei wegen des Adoptionsverbots diskriminierend. Man wolle eine „Ehe zweiter Klasse“ einführen, heißt es in einer Stellungnahme.

Auch die konservative Opposition in Portugal ist gegen den Gesetzesentwurf. Ihr geht die Eheöffnung allerdings zu weit. Es ist nicht das erste Mal, dass die Ehe-Öffnung in Portugal diskutiert wurde – bis jetzt hatte sie aber nie eine Mehrheit bekomme.