Graz öffnet Trauungssaal nicht für Homo-Paare

Graz wird seinen Trauungssaal nicht für lesbische und schwule Paare öffnen. Damit hat sich ÖVP-Bürgermeister Siegfried Nagl gegen liberale Kräfte seiner Partei und den Grünen Koalitionspartner durchgesetzt.

Nagl begründet die Entscheidung damit, dass der Trauungssaal – „wie der Name sagt“- ein Trauungssaal sei und damit der Eheschließung vorbehalten bleibe. Stattdessen öffnet er gleichgeschlechtlichen Paaren das Mediacenter im Amtshaus in der Schmiedgasse.

Kritik dafür kommt von der sozialdemokratischen Homosexuellenorganisation SoHo: Bundesvorsitzender Peter Traschkowitsch nennt die Grazer Lösung „peinlich“: „Und das in der zweitgrößten Stadt Österreichs die durch eine schwarzgrüne Koalition mit Lisa Rücker eine lesbische Vizebürgermeisterin hat! Aber offenbar ist es nicht einmal ihr gelungen, beim Grazer ÖVP-Bürgermeister etwas zu erreichen“, so Traschkowitsch weiter. Eine Stellungnahme von Rücker gibt es derzeit noch nicht.

Unsicher seien auch die Kosten – das Mediacenter könne von jedem gemietet werden, den Trauungssaal im Rathaus stellt die Stadt den Paaren kostenlos zur Verfügung. Wenn auch Lesben und Schwule den Saal mieten müssten, wäre das diskriminierend, so Kurt Zernig, Vorsitzender der „Rosalila PantherInnen“.

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