Noch immer keine neue Tafel im Heinz-Heger-Park

Auch, wenn seit Ende November der Park am Zimmermannplatz im neunten Wiener Gemeindebezirk nach dem schwulen KZ-Insassen Heinz Heger benannt ist – die offizielle Infotafel der Stadt Wien verschweigt nach wie vor den Grund seiner Inhaftierung, wie ein Lokalaugenschein von GGG.at beweist.

Die Benennung des Parks erfolgte unter anderem auch auf Initiative des bekannten Szenearztes Horst Schalk, der heute seine Ordination in dem Haus am Zimmermannplatz hat, in dem Heger einst gelebt hat. Heger wurde wegen seiner Homosexualität von den Nationalsozialisten verhaftet und ins Konzentrationslager deportiert, nach seiner Freilassung schilderte er seine Erlebnisse in dem Buch „Der Mann mit dem rosa Winkel“. Der rosa Winkel, mit dem er als schwuler Häftling gebrandmarkt wurde, ist der einzig noch erhaltene. Nach Hegers Tod ging der Winkel in die USA, weil in Österreich niemand Interesse an ihm hatte.

Bei der Benennung des neugestalteten Parkes machten Vertreter der Community Bezirksvorsteherin Martina Malyar darauf aufmerksam, dass bei der Infotafel die Homosexualität Hegers verschwiegen wird. Malyar versprach, dies binnen drei Wochen zu ändern – doch das zuständige Stadtgartenamt hat noch nicht reagiert: bis heute steht noch die alte Tafel vor Hegers ehemaligem Haus am Zimmermannplatz 1.