Bareback-Pornos bleiben in Kalifornien erlaubt

In Kalifornien dürfen weiterhin Bareback-Videos gedreht werden. Ein Gericht in Los Angeles hat eine Petition, die die Produktion von Videos ohne Kondome mit Verweis auf den Arbeitnehmerschutz verbieten wollte, abgewiesen.

Eingereicht wurde diese Petition von der AIDS Healthcare Foundation (AHF). Seit sich in diesem Frühling eine Pornodarstellerin beim Dreh mit HIV angesteckt hat, kämpft die AHF verstärkt gegen Pornos, bei denen kein Kondom verwendet wird. Dazu wurden auch die Daten einer Klinik veröffentlicht, in der vorwiegend Pornodarsteller behandelt werden. Dort zählte man seit 2004 achtzehn neue HIV-Infektionen und mehr als 3.700 Fälle von Syphilis, Gonorrhoe und Chlamydien.

Deshalb hat die AHF unter anderem den Staat Kalifornien wegen Untätigkeit in der beruflichen Gesundheitsvorsorge verklagt. Mit der jetzt abgelehnten Petition an das Gericht sollte der US-Bundesstaat zum Handeln gezwungen werden. Das lehnten die Richter aus formalen Gründen ab: Sie verwiesen auf die generelle Eigenständigkeit von staatlichen Einrichtungen. Jetzt will die AHF den Druck erhöhen.

Dieser Druck zeigt bei den Pornoproduzenten erste Wirkung: Die „Free Speach Coalition“, in der die wichtigsten Produktionsfirmen vereinigt sind, hat mittlerweile einen Plan zum Schutz der Darsteller ausgearbeitet. Außerdem wollen die Pornofirmen zukünftig bei den Planungen der staatlichen Stellen zu Gesundheits- und Präventionsfragen in ihrer Branche stärker mitreden.

Links zum Thema

  • GGG.at Gesundheit: HIV und AIDS – die wichtigsten Infos
  • GGG.at Gesundheit: Syphilis – die wichtigsten Infos
  • GGG.at Gesundheit: Tripper (Gonorrhoe) – die wichtigsten Infos