Kampf um Eintragungsorte für Homo-Ehe in Graz wird härter

In Graz geht der Kampf um die Eintragungsorte für schwule und lesbische Partnerschaften in die nächste Runde. Der konservative Bürgermeister Siegfried Nagl von der ÖVP weigert sich beständig, gleichgeschlechtlichen Paaren den Trauungssaal im Rathaus zu öffnen. Er stellt Lesben und Schwulen nur das Media-Center im Rathaus und einen Raum im Amtshaus zur Verfügung.

Seinem Grünen Koalitionspartner unter Führung der offen lesbischen Vizebürgermeisterin Lisa Rücker ist das aber zu wenig. Denn eine festliche Zeremonie ist an diesen Orten fast nicht möglich: Das Media-Center im Rathaus steht den Paaren nur freitags zwischen 12.30 und 13.30 Uhr zur Verfügung. „Auch in den Amtsräumen der Schmiedgasse gibt es keinen Samstagstermin, wo Familien und Freunde für das Fest leichter Zeit fänden“, weist Grünen-Gemeinderätin Daniela Grabe in der „Kleinen Zeitung“ auf eine weitere Diskriminierung hin.

Auf der anderen Seite gibt es innerhalb der Grazer ÖVP starke Kräfte gegen eine Öffnung neuer Orte: Sissy Potzinger, Vorsitzende des Katholischen Familienverbandes, will mit aller Gewalt verhindern, dass die Zeremonie für die Homo-Partnerschaft auf einer Stufe mit der Trauung steht.

Die ÖVP will gleichgeschlechtlichen Paare nur die Murinsel oder das Kunsthaus zur Eintragung ihrer Partnerschaft öffnen. Den Grünen ist das aber zu wenig. Bis jetzt sträubte sich Nagl auch gegen eine Öffnung des Schloss Eggenberg – obwohl das Universalmuseum Joanneum als Hausherr das selbst vorgeschlagen hat.

Rücker und Nagl wollten deshalb gestern in einem Vieraugengespräch eine Lösung finden. Allerdings ohne Ergebnis: Man wolle den Durchführungserlass des Ministeriums abwarten, hieß es, über weitere Details vereinbarten Nagl und Rücker vorerst Stillschweigen.

Das kann aber nur bis zur ersten Gemeinderatssitzung im neuen Jahr am 21. Jänner halten: Die Grünen fordern von Nagl, bis dahin Farbe zu bekennen. Sollten andere festliche Orte dann auch weiter tabu sein, könnte die schwarz-grüne Koalition in Graz auf der Kippe stehen: Rücker könne dann ihr Vizebürgermeisteramt aus „persönlichen und politischen“ Gründen nur noch schwer ausüben, berichtet die „Kleine“ aus Grünen Kreisen. Die Zeitung vermutet, dass der Trauungssaal tabu bleiben dürfte, aber als Kompromiss alle anderen exklusiven Trauungsorte der Stadt geöffnet werden.

Links zum Thema

  • homoehe.GGG.at: Alle Infos zur Eingetragenen Partnerschaft auf GGG.at