Lesbenpaar in Innsbruck aus Lokal geworfen

In Innsbruck ist ein lesbisches Paar aus einem Lokal hinausgeschmissen worden, weil es Händchen gehalten hat. Das berichtet das Nachrichtenblog „Queer News“.

Die beiden Frauen wollten im Café Restaurant „Insieme“ die Wartezeit auf ihren Zug überbrücken. Als sie etwas zu trinken bestellen wollten, forderte die Kellnerin das Paar auf, Intimitäten und Zärtlichkeiten zu unterlassen. Für die beiden Frauen eine unverständliche Aufforderung: „Wir haben uns weder geküsst, noch sonstiges – wir haben lediglich unsere Hände gehalten“, sagte eine der beiden. „Wir waren so perplex von der Aufforderung der Kellnerin, dass wir ohne zu bestellen aufgestanden sind und das Lokal verlassen haben“, fügte sie hinzu.

Nach Angaben der HOSI Tirol ist es nicht das erste Mal, dass das Café Restaurant „Insieme“ in diesem Punkt negativ auffällt. Die Möglichkeiten, darauf zu reagieren, sind aber beschränkt – denn der Betreiber hat der Hausrecht: „Er müsste euch wirklich beleidigen oder ähnliches und dann bräuchte man dazu auch noch genügend Zeugen“, erklärt die Tiroler Lesben- und Schwulenvereinigung den Sachverhalt.

Denn das Gleichbehandlungsgesetz, das Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung verbietet, gilt nur für den Arbeitsplatz, nicht aber bei Gütern und Dienstleistungen wie einem Kaffeehausbesuch. „Es gibt daher leider keine Möglichkeit nach dem Gleichbehandlungsgesetz gegen die Kellnerin bzw. die Kaffeehausbetreiber vorzugehen“, muss Gleichbehandlungsanwältin Ulrike Salinger gegenüber „Queer News“ zugeben.

Ein ähnlicher Vorfall, der sich im Mai 2009 in einer Eisdiele am Berliner Nollendorfplatz abgespielt hat, führte zu einem Massen-Kiss-In mit gut 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Auch in Wien haben Lesben- und Schwulenvereine vor einigen Jahren mit einem Kiss-In auf den Rausschmiss homosexueller Paare aus der Bar „Tunnel“ in der Josefstadt und dem ehrwürdigen Café Prückel am Ring reagiert.

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