China stoppt „Mr.-Gay“-Wahl in letzter Minute

Nur eine Stunde vor dem geplanten Beginn haben die Behörden in China die landesweit erste Wahl zum „Mister Gay“ verhindert. Acht Männer wollten am Freitag um den Titel „Mr. Gay China“ und ein Ticket für den Wettbewerb „Mr. Gay World“ im Februar in Oslo konkurrieren.

Die Veranstaltung in Peking sei laut Polizei formal nicht korrekt angemeldet worden, teilte Organisator Ben Zhang mit. Er wurde von dieser Entscheidung „überrascht“ und sei „sehr enttäuscht“, sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Er warf den Behörden vor, die Wahl zum schönsten Schwulen Chinas zu fürchten. In China gelte gleichgeschlechtliche Liebe noch immer als gesellschaftliches Tabu, viele Lesben, Schwule und Bisexuelle leben daher ein Doppelleben.

Die Kür zum „Mr. Gay China“ war als Schritt zu einer Öffnung für das sensible Thema gewertet worden. Zahlreiche ausländische Medienvertreter waren zu dem Nachtclub in Peking gereist.

Mittlerweile haben auch die Veranstalter offiziell bekanntgegeben, nach der amtlichen Absage der Wahl keinen offiziellen Vertreter Chinas zur „Mr. Gay World“-Wahl in Norwegen zu schicken.