[Video] Haider steht zu Österreich-Kritik

Weiter sorgt Opernball-Moderator Alfons Haider mit seinen Aussagen zu Österreich für Aufregung.

Der offen schwule Schauspieler hatte in der ORF-Sendung „Willkommen Österreich“ unter anderem gemeint, Österreich sei ein „verschissenes, verlogenes Land“, in dem „wie in keinem anderen mitteleuropäischen Land – katholisch – so viele Frauen und Kinder verprügelt werden, und diese Gfraster schauen alle zu. Wir leben in einem Land, wo Flüchtlinge wie Tiere behandelt werden und wieder ausgesiedelt werden“, erklärte er die Probleme, die er mit der österreichischen Mentalität habe.

In der PULS-4-Societysendung „Pink!“ stand er zu seiner Meinung, nahm aber das Wort „beschissen“ zurück: „Dieses Wort ist das Einzige, das mir leid täte, aber inhaltlich stehe ich voll zu meinen Aussagen“, erklärte er vor laufenden Kameras.

Und er hielt dem Großteil der Österreicher, die sich für liberal halten, einen Spiegel vor: „Stellen sie sich vor, wir hätten eine weibliche Bundeskanzlerin und einen schwulen Außenminister – unvorstellbar. Ein Teil der Menschen würde mit Flammenwerfern auf die Straßen laufen“, erklärte er gegenüber „Pink!“.

Doch FPÖ-Politiker fordern, dass Haider wegen seiner Aussagen die Moderation des Opernballs zurücklegt. FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl richtet dem ORF aus, dieser müsse sich fragen, „ob jemand, der eine solche Einstellung unserer Heimat gegenüber an den Tag lege, tatsächlich dafür geeignet sei, im Fernsehen den Opernball zu moderieren“. Schließlich sei dies ja der Staatsball der Republik, meint Kickl. Der Wiener FPÖ-Klubobmann Eduard Schock meint, Haider, „der durch den steuergeldfinanzierten ORF astronomisch hohe Gagen verdient hat, muss große Dankbarkeit gegenüber der Republik und den Menschen in diesem Land verspüren“, offenbar, anstatt seine Meinung öffentlich äußern zu dürfen.

Doch viele Österreicher teilen die Meinung der Freiheitlichen offenbar nicht. Bei Haiders erstem öffentlichen Auftritt nach der Sendung, der Eröffnung einer Hochzeitsmesse bei Steyr, gibt es für den Entertainer nur Applaus. Und er wiederholt den Teil des Gesprächs, den die Haider-Hasser in ihrer Empörung gern unter den Tisch fallen lassen: „Ich liebe meine Heimat, wir haben ein wunderschönes Land.“

Beim Publikum der Messe punktet er mit seiner Ehrlichkeit: „Ich bewundere ihn, weil er so viel für Österreich tut. Es ist vorbildhaft, die Wahrheit zu sagen, auch wenn man nicht nur Sympathie dafür erntet“, meint einer der Besucher gegenüber der Tageszeitung „Österreich“.