Schwule wohnen gern hoch und zentral

Schwule Männer würden gerne in einer zentral gelegenen Hauptmietwohnung im Dachgeschoß wohnen. Das ist eines der Ergebnisse einer Studie über die Wohn- und Einrichtungstrends schwuler Männer, die heute in Wien präsentiert wurde.

Insgesamt wurden für die Studie mehr als 500 schwule und heterosexuelle Männer zu ihrem Wohn- und Einrichtungsverhalten befragt – und in vielen Details wurden die Unterschiede zwischen Homos und Heteros deutlich, wenn es um die eigenen vier Wände geht.

Während heterosexuelle Männer gerne ein Eigentumshaus hätten, sieht der schwule Mann seine Zukunft in erster Linie in der Eigentumswohnung, am Besten im Dachgeschoss. Das wünschen sich zumindest 58 Prozent der schwulen Männer, aber nur 42 Prozent der heterosexuellen Männer, für die das Stockwerk nur eine untergeordnete Rolle spielt. Immerhin bewohnen schon jetzt knapp 12 Prozent der schwulen Männer eine Wohnung im Dachgeschoss.

Ein weiterer Unterschied zwischen schwulen und heterosexuellen Männer: Schwule wechseln ihre Wohnung schneller. Bei der Suche nach einer neuen Immobilie lassen sich schwule Männer deutlich stärker als heterosexuelle Männer vom Internet inspirieren, wobei die Empfehlung von Freunden und Bekannten in beiden Befragungsgruppen den wichtigsten Faktor ausmacht.

Die meisten schwulen Männer leben in Wien derzeit in den Bezirken Margareten, Mariahilf und Favoriten. Mehr als 50 Prozent bewohnen Hauptmietwohnungen, fast 20 Prozent haben eine Eigentumswohnung. Bevorzugt wird von der schwulen Klientel der klassische Altbau.Die Lieblingsbezirke der schwulen Männer sind Mariahilf, die Innere Stadt, Neubau und Döbling, während es heterosexuelle Männer eher in die Donaustadt, nach Hietzing, Liesing oder überhaupt an den Stadtrand zieht.

Einig sind sich homo- und heterosexuelle Männer in der Bedeutung der eigenen vier Wände: Für beide sind sie ein Ort der Geborgenheit und Entspannung. Fast jeder fünfte Schwule bezeichnet die eigenen vier Wände auch als Prestigeobjekt. Dementsprechend sind auch fast drei Viertel der Homosexuellen und nur zwei Drittel der Heterosexuellen mit ihrer Wohnsituation zufrieden. Besonders hoch ist der Anteil der Zufriedenen mit 87,5 Prozent unter den schwulen Männer über 40.

Wer in eine neue Wohnung wechseln möchte, möchte dort auch mehr Platz haben: Heterosexuelle Männer leben durchschnittlich auf 82 Quadratmetern und wünschen sich rund 120 Quadratmeter. Schwule Männer haben durchschnittlich 70 Quadratmeter zur Verfügung und würden sich gerne auf 100 Quadratmeter vergrößern.

Auffällig ist, dass schwule Männer weniger Zimmer benötigen und demnach eher Wohnungen mit offenem Schnitt bevorzugen. Deutlich größer scheint auch der Wunsch nach frischer Luft bei heterosexuellen Männern zu sein: 27 Prozent verfügen über einen Balkon, 22 Prozent über eine Terrasse und je 18 Prozent über einen kleinen Garten oder eine Loggia. Im Vergleich: Nur 17 Prozent der homosexuellen Männer haben einen Balkon und nur 15 Prozent eine Terrasse.

Dafür darf die schwule Wohnung auch teurer sein: Homosexuelle geben monatlich durchschnittlich rund 600 Euro inklusive sämtlicher Betriebskosten für ihre Wohnung aus – 50 Euro mehr als Hetero-Männer. Trotzdem sich die Wohnkosten nur für 21 Prozent der Schwulen eine hohe Belastung, während bei den Heteros mehr als 35 Prozent über die Kosten ächzen.