Luxemburg will Ehe für Lesben und Schwulen öffnen

Auch Luxemburg will die Zivilehe für Lesben und Schwule öffnen – Adoptionen sollen aber auch künftig nur für heterosexuelle Paare möglich sein. Das berichtet das Luxemburger „Tageblatt“.

Justizminister François Biltgen, gleichzeitig auch Vorsitzender der Christlich Sozialen Volkspartei (CSV), erklärte im Parlament, dass die Regierung des Großherzogtums die entsprechenden Entwürfe noch vor dem Sommer vorlegen werde. Die Debatte selbst verlief sachlich: CSV-Abgeordnete Christiane Doerner sagte, ihre Partei stelle dich einer Öffnung der Zivilehe für Homosexuelle nicht in den Weg. Sie zeigte Verständnis dafür, das der gesellschaftliche Entwicklung Rechnung getragen werden müsse und die gesellschaftliche Anerkennung der Eingetragenen Partnerschaft für Lesben und Schwule (PACS) in Luxemburg steige. An erster Stelle stehe für die CSV noch immer die Ehe.

Klar gegen eine Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule ist im Luxemburger Parlament nur die konservative „Alternative Demokratische Reformpartei“ (ADR). Ihr Sprecher, Fernand Kartheiser verwies „auf viele Studien, die für das traditionelle Familienbild sprechen“. Die anderen Parteien waren sich einig, dass es Sinn macht die Zivilehe auch für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen, gleichzeitig aber auch die PACS weiter bestehen zu lassen und zu reformieren. Beide Formen des Zusammenlebens hätten ihre Daseinsberechtigung, hieß es. Luxemburg habe in diesen Punkten Nachholbedarf, hieß es im Luxemburger Parlament. Selbst tiefkatholische Länder sind heute weiter“, meinte der Grüne Abgeordnete Félix Braz. Mit der Öffnung der Ehe als siebtes europäisches Land werde man aber „ganz vorne“ stehen, hofft Alex Bodry, Abgeordneter der sozialdemokratischen LSAP.