Norwegen will schwulen Iraner abschieben

Ein Hilferuf kommt vom iranischen Flüchtlingsnetzwerk IRQR.net: Norwegen will Asghar Hedayati, einen 40 Jahre alten schwulen Iraner, abschieben, der wegen seiner sexuellen Orientierung aus seiner Heimat geflüchtet ist.

Bereits seit 2003 hat er in Norwegen um Asyl angesucht. Nachdem Norwegen seine sexuelle Orientierung nicht als Asylgrund anerkannt hat, droht ihm jetzt jederzeit die Abschiebung. Im Iran wird für Homosexuelle oft die Todesstrafe vollstreckt, auch, wenn sie während der „Tat“ noch minderjährig waren.

„Ich habe während der letzten sieben Jahre jeden Tag auf gute Nachrichten gewartet“, sagt Hedayati dem Flüchtlingsnetzwerk. Trotz dem negativen Asylbescheid will er trotzdem weiter für seine Zukunft kämpfen.

Hedayati hatte im Iran eine geheime Beziehung zu einem Mann, der noch immer in dem Land lebt. Seine Familie zwang ihn, eine Frau zu heiraten, mit der er aber nicht glücklich wurde: „Ich habe sie nicht geliebt, ich habe sie nicht gemocht, und sie war überhaupt nicht die Richtige“, sagt Hedayati IRQR.net. Und er ergänzt: „Ich habe keinen Moment lang aufgehört, an meinen Freund zu denken.“

Nachdem Hedayati im Iran begann, in seiner Heimat wegen seiner Homosexualität Probleme zu bekommen, flüchtete er nach Dänemark und suchte dort um Asyl an. Als es dort abgelehnt wurde, floh er weiter nach Norwegen. Dort wurde sein Antrag ebenfalls abgelehnt, er muss das Land bis heute, Montag, den 25. Jänner 2010, verlassen. Die norwegischen Behörden gegen davon aus, dass Hedayati im Iran nichts geschehen wären, solange er sich nicht outet.

Das iranische Flüchtlingsnetzwerk für Lesben und Schwule, IRQR.net, ruft jetzt Internet-User auf, dem norwegischen Justizminister und der Asylbehörde Mails zu schreiben, die einen Verbleib Hedayatis in Norwegen fordern. Eine Mustermail und die Adressen sind auf der Homepage der Organisation zu finden.

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