Moskauer Bürgermeister verbietet CSD erneut

Auch dieses Jahr hat Juri Luschkow, der lesben- und schwulenfeindliche Bürgermeister von Moskau, die Gay Parade verboten, die für Ende Mai geplant war.

Aktionen „destruktiver Sekten“ dürften nicht geduldet werden, sagte Luschkow am Montag. „Diese Parade kann nur als satanisch bezeichnet werden. Wir haben solch eine Parade noch nie genehmigt und wir werden sie auch in Zukunft nicht erlauben. Jeder muss das als unseren politischen Grundsatz anerkennen“, ist der 73-Jährige unbeugsam.

Für Luschkow ist die „offene Propaganda gleichgeschlechtlicher so genannter Liebe“ eine „gesellschaftliche Plage“, die auf einer Stufe mit „Drogenmissbrauch, Ausländerfeindlichkeit und ethnischen Fehden“ stehe: „Wir müssen gegen diese Plagen mit der ganzen Kraft des Gesetzes vorgehen und sollten nicht über Menschenrechte reden. Wir brauchen eine gesellschaftliche Peitsche oder etwas ähnliches und kein liberales Zuckerbrot“.

Dies sei der Wille der Moskauer, sagte der Bürgermeister. Damit dürfte er leider recht haben: 84 Prozent der Russen lehnten nach einer Umfrage aus dem Jahr 2008 Homosexualität als „unmoralisch“ ab.

Bereits seit vier Jahren verbietet Luschkow die Gay Parade in Moskau. Demonstranten, die sich trotzdem versammelt, werden regelmäßig niedergeknüppelt. Menschenrechtler kritisierten das Vorgehen der Polizei als unverhältnismäßig.

Im Jahr 2006 wurden unter anderem HOSI-Wien-Generalsekretär Kurt Krickler und der deutsche Bundestagsabgeordnete Volker Beck bei einer verbotenen Parade in Moskau niedergeprügelt.

Vor dem Eurovision Song Contest in Moskau im vergangenen Mai hatten mit Schlagstöcken bewaffnete Einheiten der Sonderpolizei OMON Dutzende Homosexuelle festgenommen und teilweise brutal misshandelt.