TIMM ist insolvent

In Berlin hat die DFW Deutsche Fernsehwerke GmbH, Betreiberin des ersten schwulen Fernsehsenders TIMM, Insolvenz angemeldet. Das berichtet das Medienportal DWDL.de auf seiner Homepage.

Die Mitarbeiter des Senders haben ihre Dezembergehälter nach Angaben des Medienmagazins noch immer nicht erhalten. Da TIMM auch beim Satellitenbetreiber Astra Schulden hat, könnte der Sender bereits heute abgeschaltet werden. Auch Kabelnetzbetreiber hätten bereits Fristen für Zahlungen gesetzt, hat DWDL.de aus dem Umfeld des Senders erfahren.

Um eine Chance auf Sanierung des Senders zu wahren, sollte Timm aber unbedingt auf Sendung bleiben. Gestern gab es nach Informationen von DWDL.de deshalb ein Meeting von Insolvenzverwalter, dem Führungsteam und den Gesellschaftern. Dabei sollte noch einmal über eine kurzfristige Finanzspitze gesprochen werden. Das Ergebnis des Gesprächs ist noch nicht bekannt.

Der Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wurde bereits letzten Donnerstag beim Amtsgericht Charlottenburg gestellt. Zunächst hieß es, der Sendebetrieb könnte aufrechterhalten werden. Der Insolvenzantrag kam für viele Mitarbeiter überraschend: Im September verkündete die DFW Deutsche Fernsehwerke GmbH, dass neue Investoren gefunden wurden, darunter das Land Nordrhein-Westfalen. Noch im November sagte Geschäftsführer Frank Lukas Horsthemke in einem DWDL.de-Interview, die Vermarktung des Senders liege „im Plan“.

TIMM startete am 1. November 2008 als Free-TV-Sender und ist über digitales Kabel und digitalen Satelliten empfangbar. Der Sender zeigt einerseits altbekannte Produktionen wie „Dynasty, der Denver-Clan“ und „Absolutely Fabulous“, aber auch Erstausstrahlungen wie die Casting-Show „RuPaul’s Drag Race“. Neue Folgen von Eigenproduktionen wie „TIMMousine“ oder der Dating-Show „Mancheck“ wurden bereits seit Längerem nicht mehr produziert.