Greg Louganis: Schwule Sportlegende feiert Geburtstag

Heute feiert einer der ersten offen schwulen Spitzensportler seinen 50. Geburtstag: Der Turmspringer Greg Louganis bekannte sich 1994 zu seiner Homosexualität und gab gleichzeitig bekannt, dass er seit 1988 mit dem HI-Virus infiziert ist. Mittlerweile ist die Krankheit Aids bei ihm ausgebrochen.

Damit verbunden ist auch der schrecklichste Moment seiner Karriere – ausgerechnet bei seinem letzten großen Wettkampf, Olympia 1988 in Seoul: Im Vorkampf schlägt er mit dem Hinterkopf gegen das Brett auf und verletzt sich. „Ich war so geschockt. Ich dachte, welche Verantwortung habe ich. Was soll ich machen?“, erinnert sich Louganis, der damals mit fünf Stichen genäht wurde und dem ohne Handschuhe arbeitenden Arzt nichts von seiner Erkrankung sagte. Der Arzt hat sich später testen lassen – das Ergebnis war negativ.

Trotz des Unfalls wurde Louganis Olympiasieger und schrieb nach 1984 in Los Angeles mit erneutem Gold vom Drei-Meter-Brett und vom Turm Sportgeschichte – mit insgesamt vier Olympia-Goldmedaillien.

Dabei musste sich Louganis alles hart erarbeiten. Seine Eltern waren zwei Minderjährige, die Mutter schwedischer, der Vater samoanischer Abstammung. Deshalb wurde er nach seiner Geburt von einer Familie mit griechischen Wurzeln adoptiert. „Wegen meiner dunkleren Hautfarbe wurde ich Nigger und Geisteskranker genannt“, erzählt Louganis. Mit zwölf Jahren unternimmt er den ersten von drei Selbstmordversuchen.

Mit 16 Jahren entdeckt Louganis, das er schwul ist. Zwei Jahre später werden seine Leseschwierigkeiten als Dyslexie diagnostiziert. Er flüchtet sich ins Kunst- und Turmspringen und beherrscht den Sport wie kein anderer. Die Eleganz und Anmut seiner Sprünge sind bis heute legendär. Neben vier Goldmedaillen bei Olympia holte er fünf WM-Titel. „Ich habe meinem Sport alles zu verdanken“, blickt Louganis heute auf seine Karriere zurück.

Nach seiner Laufbahn als aktiver Sportler arbeitet Louganis als Schauspieler und Autor. Seine Autobiografie „Breaking the Surface“ war fünf Wochen an der Spitze der US-Bestsellerliste und wurde verfilmt. Außerdem setzt sich Louganis als Botschafter der Gay Games gegen Diskriminierung homosexueller Sportler und die AIDS-Aufklärung an Schulen ein.

Seinen 50. Geburtstag feiert er umgeben von Wasser. Auf einem Kreuzfahrtschiff leitet er einen Workshop zum Thema Höchstleistung. Allerdings ohne seine besten Freunde: Seit Jahren umgibt er sich mit Hunden und hat einige international beachtete Bücher über den Umgang mit ihnen geschrieben. „Meine Hunde“, sagt Louganis, „sind mir wirklich ans Herz gewachsen.“