Albanien schützt Lesben und Schwule

Lesben und Schwulen sind in Albanien künftig vor Diskriminerung geschützt. Das albanische Parlament hat am 4. Februar einstimmig ein umfassendes Antidiskriminierungsgesetz beschlossen, das neben anderen Gründen auch Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität verbietet. Dabei ist das neue Gesetz fortschrittlicher als in vielen europäischen Staaten, darunter auch Österreich: Es schützt nicht nur am Arbeitsplatz vor Diskriminierung, sondern auch auf andere Lebensbereiche.

Die Zivilehe wird in Albanien aber nach wie vor nicht für schwule und lesbische Paare geöffnet. Ministerpräsident Sali Berisha hatte dies im Juli 2009 versprochen. Darauf weist auch die albanische Lesben- und Schwulengruppe „aleanca LGBT“ hin, die ihn einerseits an sein Versprechen erinnert, andererseits ihm und anderen Parlamentariern, Medien und Menschenrechtsaktivisten dankt, sich für das Antidiskriminierungsgesetz eingesetzt zu haben. Außerdem weist „alenaca LGBT“ darauf hin, dass es sich nicht nur um ein Gesetz für Lesben und Schwule handelt, sondern es um Schutz vor Diskriminierung für eine Vielzahl von Tatbeständen geht – und damit für eine große menschenrechtliche Errungenschaft für ganz Albanien.

Die europaweite Lesben- und Schwulenorganisation ILGA Europe erhofft sich von dem albanischen Gesetz vor alle, Vorbildwirkung auf Mazedonien, wo in einem kürzlich vorgestellten Entwurf für ein Antidiskriminierungsgesetz die Merkmale der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität fehlen. Sowohl Albanien wie Mazedonien sind EU-Beitrittskandidaten.