Kündigung von schwulem Flugbegleiter unwirksam

Recht hat ein offen schwuler Lufthansa-Flugbegleiter bekommen, der gegen seine Kündigung geklagt hatte.

Der 44-jährige Toshi Uto hatte sich im Oktober 2008 in seinem Crewhotel in Japan mit seinem damals 17-jährigen Lebenspartner getroffen, was in dieser Region Japans allerdings illegal war. Das wusste der in Deutschland aufgewachsene Uto aber nicht, ein offenbar missgünstiger Kollege allerdings schon: Dieser zeigte den Flugbegleiter an, Uto wurde wegen Sex mit Minderjährigen kurzfristig verhaftet. Daraufhin entließ ihn die Lufthansa nach 16-jähriger Zugehörigkeit zum Unternehmen.

Diese Kündigung ist ungültig, entschied jetzt das hessische Landesarbeitsgericht. Nach Angaben seines Anwalts Ansgar Dittmar muss die Lufthansa den Flugbegleiter zu bisherigen Bedingungen weiter beschäftigen, berichtet das Online-Portal „queer.de“. Bei der Verhaftung handle es sich um eine rein private Angelegenheit, einen Verlust des Ansehens der Lufthansa durch den Vorfall konnte das Gericht im Gegensatz zur ersten Instanz nicht erkennen.

Die Personalvertretung der Lufthansa, die Uto stets unterstützte, vermutete damals in einer öffentlichen Erklärung Homophobie als Grund für die Entlassung: „Es ist kaum vorstellbar, dass man vor Ort eine Rufschädigung für Lufthansa vermuten würde, wenn es sich um eine 17-jährige Lebensgefährtin gehandelt hätte“